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Akolyten-Ringgeist-Robe



Robe

Autor: Zohra
Schwierigkeit: 2 von 4
15 Fotos dazu

Wir haben das gute Stück erstmal zu den Männerklamotten gepackt, obwohl es durchaus unisex ist.


Material: Eine kleine Bemerkung zum Stoff: Für die Robe solltet ihr einen nicht zu leichten, weichen und vor allem gut fallenden Stoff wählen. Wolle eignet sich meiner Meinung nach sehr gut (z.B. Gabardine... meistens leider teuer). Schweres Leinen ist sicher auch nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt billiger und beim gleichen Preis würde ich mich dann doch eher für Wolle entscheiden (ist dramatischer *g*). Baumwolle geht auch, klar, aber der Stoff sollte nicht zu steif oder zu dünn sein, sonst wirkt es einfach nicht.
Für das Kapuzenfutter kann ich Ditte von Ikea empfehlen, am besten einmal kurz vorgewaschen. Das Futter sollte fest bis steif sein, damit es der Kapuze den richtigen Stand gibt. Wie gesagt ist Ditte einfach ideal, nicht zuletzt weil es so billig ist und man die Kapuze später sogar "formen" kann.
Wer ungedingt einen bestimmten Stoff als Futter nehmen will, der nicht sonderlich viel Stand hat, sollte den Stoff vielleicht vorher mit Vlieseline verstärken.


Preis:
Je nach Stoff... ich habe insgesamt ca 25€ bezahlt, aber der Stoff war ein Schnäppchen. Bei Wollstoff muss man mit einem Preis von min 50€ rechnen.


Anleitung:
Vielleicht erstmal vorweg: Das Schnittmuster fĂĽr diese Robe war im Original eher zusammengestĂĽckelt und wurde auch immer am "Modell" abgesteckt. Ich hab versucht, das "Schnittmuster" zu verallgemeinern, aber ausprobiert habe ich es natĂĽrlich noch nicht in der Form. Sollte aber trotzdem klappen :) Nahtzugaben nicht vergessen!

Noch eine kleine Anmerkung zu den Maßangaben: die kleineren Werte sollten bei einer Körpergröße von ca 170cm passen, die größeren Werte sollten auch für große Kerle ausreichen *g* Wer auf Nummer sicher gehen will misst sich selbst aus, gibt vor allem im Oberkörperbereich jeweils 15-20 cm dazu und nimmt diese Angaben für die Robe (den Wert dann natürlich vierteln für den doppelt gelegten Stoff etc, aber wisst ihr ja). Die Robe muss weit genug sein, dass man ohne RV reinkommt, sonst wird's recht knifflig mit dem Anziehen *g*


Robe Schnittmuster Aaalso, fangen wir an mit der eigentlichen Robe. Zuerst ĂĽbertragen wir die angegebenen MaĂźe auf den Stoff. Am besten das ganze im Stoffbruch machen, dann wird's auch symmetrisch.

Die rote Linie in der Mitte kennzeichnet (unschwer zu erkennen...) die Taillenlinie. Zwar ist die Robe auf der Abbildung tailliert, aber das ist eigentlich gar nicht nötig, da sie später mit Gürtel auf Figur gebracht wird. Wer allerdings unbedingt möchte kann natürlich etwas an der Taille rausnehmen. Aber Achtung, der halbe Taillenumfang darf nicht enger als die Schulterbreite+5cm werden, sonst kommt man später nicht rein (ich spreche aus Erfahrung *seufz*).

Die beiden roten Striche die bis zum Saum gehen müssen ab der Taille gleichlang sein, sonst ist die Robe am Ende an der Seite länger als vorne oder umgekehrt. Die Seiten nicht einfach mit einem geraden Strich verbinden, sondern eine gleichmäßige Kurve zeichnen. Wer sein Modell zur Hand hat kann natürlich auch direkt am lebenden Objekt abstecken.

Die Saumweite ist hierbei von der Stoffbreite abhängig, die wir natürlich voll ausnutzen. Also macht das Rockteil so weit, wie der Stoff zulässt (ist der Stoff sehr schmal, muss man evt. Keile an den Seiten einplanen, um eine gewisse Rockfülle zu garantieren).


Für den Halsausschnitt schneiden wir einfach einen runden Kreis (oder meinetwegen auch ein Oval) aus, der so groß ist, dass man den Kopf locker durch bekommt; aber bitte nicht sonderlich größer (sonst muss man evt. noch mal den Kapuzensaum verändern).

Die Robe erstmal zusammenstecken und anprobieren. Sieht wahrscheinlich noch aus wie ein Kartoffelsack, aber wenn man gut reinkommt, dann hat mein Schnittmuster bis hier hin schonmal nicht völlig versagt ;)
Wenn alles passt, versäubern und zusammennähen. Den Saum unten zweimal einschlagen und feststeppen.


Kapuze Schnittmuster Weiter geht's mit der Kapuze. Die Kapuze liegt übrigens später auf den Schultern auf (kann man ganz gut auf den Fotos erkennen). Die muss übrigens nicht gesäubert werden, dafür haben wir ein Futter. Nur dass sich keiner die Mühe macht... ;)

Den Stoff am besten gleich doppelt zuschneiden, dann werden die Teile gleich. Die Rundung am Hinterkopf macht man am besten einfach nach GefĂĽhl. Wer hinten einen kleinen Zipfel will kann die Rundung auch weglassen und die Kapuze eckig lassen.

Und bevor jemand fragt: Die leichte Kurve am Saum ist nur da, weil der Halsausschnitt im Nacken meist nicht so tief ist wie vorne. Ist eigentlich total überflüssig, man kann die Kapuze also auch ganz getrost unten gerade machen (warum hab ich's dann so gezeichnet? Ich glaub ich war einfach nur so begeistert dass ich tatsächlich was mit Photoshop hinbekommen habe *g*).

Die Kapuze schneiden wir je zweimal aus dem Oberstoff und zweimal aus dem Futter zu. Die Kapuze einmal, natürlich an der Hinterseite, zusammennähen und Nahtzugaben so gut es geht auseinanderbügeln (ist etwas knifflig in der Rundung). Das gleiche mit dem Futter. Danach stecken wir Oberstoff- und Futterkapuze rechts auf rechts ineinander. Die nähen wir einmal an der geraden Front zusammen, der Halsausschnitt bleibt dabei offen. Die Kapuze wenden.

Jetzt solltet ihr eigentlich schon eine recht ordentlich aussehende Kapuze haben. Aber der knifflige Teil kommt erst noch!


Jetzt braucht man wirklich FingerspitzengefĂĽhl und ein bisschen Geduld. Erstmal drehen wir die Robe auf rechts und markieren uns am Halsausschnitt der Robe die Mitte am Vorderteil und am Hinterteil (evt. ist noch der Knick vom Stoffbruch vorhanden).

Das ist jetzt schwierig zu beschreiben ohne Bilder... ich hoffe man versteht es. Wenn ihr die Teile vor euch seht ist es auch sicher einfacher zu verstehen als jetzt in der reinen Theorie.

Wir nehmen also eine Ecke der Kapuze (also da wo Front und Saum aufeinander treffen) und legen diese mit der rechten Seite nach unten an die markierte Mitte des Vorderteils. Dabei dürft ihr das Futter aber nicht mitfassen, sondern es darf tatsächlich nur der Oberstoff der Kapuze auf der Robe feststecken. Jetzt stecken wir erstmal den restlichen Stoff bis zur Schulternaht fest. Die Naht die einmal über die gesamte Kapuze geht kommt natürlich genau auf die markierte Mitte des Rückenteils. Aber jetzt ist wahrscheinlich ein ganzes Stück Stoff von der Kapuze über!? Macht nix. Diesen Überschuss an Stoff legen wir einfach in eine kleine Falte, so dass sich der Stoff verteilt. Diese kleine Stofffalte wird später übrigens von der Kapuze verdeckt. Diese Methode ist einfacher als stundenlang zu versuchen, Kapuzensaum und Halsausschnitt absolut gleich groß zu bekommen, ohne dass dabei die Kapuzenfülle oder ganz viele Nerven verloren gehen *g* Und man wird es nicht sehen, versprochen!

Wenn ihr das geschafft habt, näht ihr die eine Kapuzenhälfte erstmal an. Nicht vergessen, Futter darf nicht mit angenäht werden!!

Für die andere Hälfte beginnen wir wieder damit, die Kante vorne rechts auf rechts genau neben die schon festgenähte Kapuzenkante zu stecken. Die Kanten müssen vorne genau aufeinander treffen. Eine Lücke sieht 1. nicht schön aus und 2. franst dann der Stoff an der Stelle aus. Auch hier muss man das Futter vorsichtig aus dem Weg friemeln.

Der Oberstoff wird wieder bis zur Schulterhälfte festgesteckt und der überschüssige Stoff am Hinterkopf wieder in eine Falte gelegt (am besten spiegelverkehrt zur anderen). Auch hier wieder von der Kopföffnung bis zur hinteren Mitte festnähen. Es ist ärgerlicher wenn die Teile vorne nicht ganz passgenau sind als wenn es hinten nicht ganz professionell aussieht. Von daher ist ein bisschen Schummeln erlaubt... ;)

Zum Schluss die Ă–ffnung noch mit einem schmalen Zickzack Stich sichern, damit sie nicht ausreiĂźt.

So, wenn ihr das erstmal geschafft habt dürft ihr euch erstmal einen genehmigen *g* Der Teil, an dem man am ehesten verzweifelt ist erstmal geschafft. Das Annähen des Innenfutters lassen wir erstmal bis zum Schluss, das macht nämlich keinen Spaß ;)


Ärmel Schnittmuster Also weiter mit den Ärmeln. Dafür sind die Angaben etwas vage, aber Oberarmumfang von z.B. Männlein und Weiblein variiert meiner Meinung nach gewaltig, deswegen sollte jeder lieber selber nochmal nachmessen. Die Ärmel sollten bis zum Ellenbogen einigermaßen eng sein und dann weit werden. Evt. daran denken dass man noch ein Hemd oder einen Pullover unter der Robe anzieht.

Wer nicht so viel Erfahrung mit Ă„rmeln hat kann die Armkugel einfach weglassen und den Arm oben eckig lassen. Im Stoffbruch zuschneiden.

Die Ärmel sollten schön lang sein, also die Hand bis ungefähr zur Mitte der Finger verdecken. Nichts sieht beknackter aus als eine dramatische Robe mit Hochwasserärmeln... *g* Finde ich. Wie weit ihr die Ärmel macht ist euch überlassen, für meine Zwecke hat 70cm Umfang voll und ganz ausgereicht. Stoff versäubern und zusammennähen. Saum zweimal einschlagen und feststeppen. Ganz Perfektionistische können auch ein Futter machen, sieht einfach schöner aus, ist aber eigentlich unnötig.

Ärmel auf rechts drehen und Robe auf links. Der Ärmel wird durch das Ärmelloch in die Robe gestopft und dort festgesteckt. Ärmelnaht und Seitennaht treffen dabei genau aufeinander. Die Mitte der Armkugel kommt genau auf die Schulternaht. Stoff dazwischen ebenfalls feststecken. Falls der Ärmel größer sein sollte als der Armausschnitt an der Robe: Ärmel auf die richtige Länge zusammenkräuseln oder von Hand in kleine Fältchen legen. Das Kräuseln macht man am besten unter dem Arm, also in der Achsel, dann sieht man es nicht. Festnähen, fertig.


Soo, jetzt ist die Robe schon fast fertig, sieht allerdings immer noch recht unförmig aus. Um das zu ändern machen wir jetzt eine Schärpe... jaja! Wir schneiden also zwei Streifen Stoff mit den Maßen 2-2,50m x 15cm zurecht. Ich hab meine auch zurecht gestückelt, es muss also kein durchgehendes Stück sein. Die beiden Teile rechts auf rechts aufeinanderlegen und an den langen Kanten beidseitig knapp absteppen; die beiden kurzen Seiten bleiben offen (ja beide; wenn man eins zunäht ist es nicht mehr symmetrisch und mich stört sowas immer). Dann wird das Ganze gewendet und flach gebügelt. Den Stoff an den kurzen Kanten nach innen einschlagen und vorsichtig von Hand zusammen nähen, so dass man möglichst wenig von der Naht sieht. Gleichfarbiges Garn wäre hier sicher praktisch *g*

Diese Schärpe wird ganz stylish um die Hüfte gebunden um die Robe etwas auf Figur zu bringen. Ja, selbst ein Bösewicht muss sein Licht ja nicht unter den Scheffel stellen und darf seinen Adonis Oberkörper betonen *g*


Guut, das war's eigentlich im GroĂźen und Ganzen. Halt! Kapuze muss noch fertig gemacht werden *murr* Ich hab's auch bis zum Ende aufgeschoben. Es nutzt alles nichts, es muss gemacht werden. Also noch einmal aufraffen fĂĽr den letzten Teil:

Wir schlagen den Saum des Kapuzenfutters nach innen um, so dass es genau an der Kapuzennaht entlang läuft. Die Nahtzugabe der Oberstoff-Kapuze wird selbstverständlich nach oben geklappt, damit sie vom Futter verdeckt wird.

Im hinteren Teil muss man wieder eine kleine Falte in den Stoff legen, damit alles glatt passt. Um das Futter zu befestigen, nähen wir es verdeckt von Hand an. Wer sich dazu wirklich absolut nicht durchringen kann.... der kann das Futter auch ganz nah an der Kante einfach absteppen, der größte Teil der Naht wird von außen sowieso nicht sichtbar sein, da die Kapuze über die Naht fällt. Aber man weiß ja nie, welchem kritischen Auge man mal standhalten muss ;)


Na gut, und wer bis hier durchgehalten hat, dem darf ich jetzt zu einer neuen, schnieken Robe gratulieren!


Variationen:
Das ist hier natürlich keine Anleitung für DIE ultimative Robe schlechthin. Man kann eigentlich so ziemlich alles nach seinen Vorstellungen verändern. Ärmelform, Kapuzenform... man kann die Robe oder den Gürtel besticken, was ich gemacht habe. Ich habe auch die Säume unversäubert gelassen, weil die Robe einen alten und schäbigen Eindruck machen sollte. Die Säume habe ich noch zusätzlich mit Nahtauftrenner, diversen Feilen und viel Geduld verschandet sowie dem Stoff ein paar Löcher zugefügt. Das Resultat seht ihr auf den Fotos (naja, mehr oder weniger deutlich). Oder man kann das Ganze vorne einfach aufschneiden und dann als eine Art Mantel/Umhang tragen...






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