Kraw! Kraw! Kraw!
Krawatten sind so ein tolles Accessoire! Man sollte ganz viele besitzen. Natron hat jetzt die ultimative Anleitung erdacht, so daß ihr nie wieder welche kaufen müsst.
Der Schnitt ist natürlich etwas anders als der einer gekauften Herrenkrawatte, aber da diese Stücke hier auch eher als Modeartikel denn als formelle Kleidung gelten macht das wohl nicht viel aus.
Material
- Einen Stoffrest von etwa 130 x 20 cm, geht auch zusammengestückelt
Es eignen sich vor allem glatte Stoffe wie Satin oä aber mit etwas gutem Willen geht eigentlich alles
- Evtl etwas dünne Bügeleinlage (Vlieseline)
Preis
Ein günstiges Vergnügen. Für den Stoff könnt ihr eure Reste verwenden oder 20 cm kaufen. Vlieseline ist auch nicht teuer. Das geht zusammen unter 5 Euro.
Anleitung
Hier gilt außnahmsweise mal: Ihr könnt relativ unbedenklich diese Maße nehmen und müßt nicht selber nachmessen ;) Die fertige Krawatte hat dann eine Länge von ca 134 cm und ist an der breitesten Stelle etwa 4 cm breit. Nicht ganz genau, aber so als Orientierung. Ich habe die Maße von einer gekauften Original-80er-Jahre Lederkrawatte (secondhand!) übernommen. Das wird also eher schmal. Sobald ihr das Konstruktionsprinzip durchschaut habt könnt ihr auch breitere oder kürzere Krawatten machen.
Niniel hat die Maße entsprechend einer Originalkrawatte verändert, hier sind ihre Angaben die ihr vielleicht als Anhaltspunkt nehmen könnt wenn ihr keine so schmale Krawatte haben wollt:
- Die Breite des langen geraden Stückes = 5cm
- Sie stärkste Stelle (also oberhalb der unteren Spitze) = 12cm
- Die Länge der Spitze = 6cm (ansonsten ist alles nahezu identisch)

Wir brauchen 3 Schnitteile,
A,
B und
C. Die schneidet ihr jeweils einmal aus. Die blauen Linien in der Zeichnung brauchen euch dabei noch nicht zu interessieren. Lasst euch nicht täuschen, die Zeichnung ist nicht proportional, eure Schnitteile werden viel länger! Teil
B und
C sind Teile des Schnittteils
A, dh sie haben die selben Maße, sind nur kürzer. Macht euch vielleicht erstmal einen Papierschnitt für Teil
A, den könnt ihr dann auch für
B und
C verwenden.
Dort wo ich das
* gemacht habe kann man den Stoff stückeln, wenn ihr kein so großes Reststück mehr habt. Den "Knick" dort sollte man möglichst rund machen, nicht so eckig wie in der Zeichnung.
Das ganze beinhaltet
keine Nahtzugaben! Gebt an jeder Kante noch einen cm dazu, das sollte reichen.
Wer einen sehr dünnen Stoff verwendet sollte Teil
A vor der Weiterverarbeitung (d.h. vor dem Ausschneiden!) mit Vlieseline verstärken (das bügelt man drauf, lasst euch im Geschäft beraten). Alles weitere dann wie folgt.

So, jetzt haben wir drei Teile. Ist euch aufgefallen, dass die viel breiter sind als normale Krawatten? Das ist der Trick! Dazu kommen wir gleich. Erstmal säumen wir die gerade Kante von Teil
B (die gegenüber der Spitze). Dazu reicht es einmal mit Zickzack drüber zu nähen, umschlagen ist hier nicht nötig.
Dann nähen wir die Teile zusammen. Und zwar wird Teil
B passgenau auf die breite Spitze von Teil
A aufgelegt (dabei zeigen die linken Seiten des Stoffes, also die Seiten die später innen sein sollen, nach aussen). Dann wird genäht.
Aber nur die unteren Kanten, also die Schrägen. Ein Bild verdeutlicht dies. Die Nahtzugaben werden versäubert (Zickzack) und möglichst kurz abgeschnitten.
Das Selbe machen wir mit Teil
C an der kleineren Spitze. Dann werden Teil
B und
C auf die andere Seite umgewendet, so dass die Nahtzugaben zwischen den Stofflagen eingeschlossen sind. Von der einen Seite (der Vorderseite) sieht es doch schonmal ganz gut aus, was? Nur noch zu breit. Und das ändern wir jetzt.

Jetzt faltet ihr die Krawatte einmal der Länge nach in der Mitte (also dass sie schmaler wird). Dabei liegen wieder die schönen (rechten) Seiten innen, aussen sieht man die aufgesetzten Spitzen. Die offene Kante wird jetzt zugenäht und versäubert. Schaut euch das Bild dazu an. Beachtet auch, dass die schrägen Kanten offen bleiben!
Die gerade gefertigte Naht bildet quasi die Mittellinie der Krawatte. Wenn man die nämlich jetzt so hinlegt, dass die Naht in der Mitte liegt hat man eine neue schmale Krawatte mit den Kanten die den blauen Linien in der ersten Zeichnung entsprechen. Aha!
Der nächste Schritt ist dann folglich: Wenden! Nehmt euch ein Hilfsmittel (Stricknadel zB) und wendet das Teil um. Hier empfiehlt es sich, die Krawatte nicht zu eng genäht zu haben und einen rutschigen Stoff wie zb Satin verwendet zu haben. Mein erster Versuch war aus Baumwolle und ich habe lange gebraucht bis sie gewendet war.... Aber dieses Schnittmuster hier sollte *eigentlich* genug Platz lassen. Kommt natürlich drauf an wie ordentlich ihr genäht habt.
Jetzt wird vielleicht auch endlich die Konstruktion klar. Die Belege an den Spitzen sind dazu da, dass man auch dort von vorne keine Nähte sieht. Die offenen Kanten der Belege verschwinden unter den umgeschlagenen Kanten, so sieht es von vorne und hinten schick aus.
Stunden später... das Teil ist fertig! Jetzt noch plattbügeln und einen Knoten üben (wie viele verschiedene Versionen es davon gibt und wie die gehen steht übrigens zum Beispiel auf
www.krawattenknoten.info).
Variationen
- Eignet sich hervorragend zum Verzieren. Auf die breite Spitze kann man Muster (Lilie, Kreuz, Bandlogo..) malen/schablonieren/sticken/stempeln/bügeln/etc, Perlen, Pailleten, Knöpfe, Schleifchen oder sonstiges aufnähen.
- Wenn man die Kanten nachträglich noch mit schmaler Spitzenrüsche einfasst kann man sich das ganze Gewerkel mit Belegen und Umwenden eigentlich sparen aber hat eine niedliche Lolitakrawatte.
- Wer mag kann innen auf der breiteren Seite noch einen Riegel aufnähen (von Hand an die umgeschlagenen Kanten), dann kann man dort das andere Ende durchziehen wenn man die Krawatte ordentlich gebunden hat.
- Wer sich in den Kopf gesetzt hat einen Stoff zu verwenden den man nicht wenden kann, kann die Kanten auch unsichtbar von der rechten Seite aus zunähen. Siehe dazu unsere Nähtipps.
- Die Belege müssen nicht aus dem selben Stoff wie der Rest sein. Man kann dafür einen dünnen Futterstoff nehmen, damit die Spitzen nicht zu unförmig werden wenn der Oberstoff schon dick aufträgt.
Empfehlung
Ist eigentlich ganz einfach. Schafft man auch ohne Nähmaschine. Und da nicht viel Stoff drauf geht wenn man es doch versust ist das auch ein tolles Anfängerstück.
Musiktipp
Natron empfiehlt: Die Krupps! Wie wäre es mit dem "Final Option" Album?
Das Copyright aller Anleitungen und Fotos liegt bei den jeweiligen Autoren. Verwendung der Anleitungen nur für nichtkommerzielle Zwecke gestattet. Keine Weiterverbreitung oder Veröffentlichung der Inhalte ohne ausdrückliche Genehmigung.
Feedback zu dieser Anleitung
Wenn ihr diese Anleitung verwendet habt, dann könnt ihr hier abstimmen wie gut ihr damit zurecht gekommen seid. Bitte verwendet diese Option nur wenn ihr es tatsächlich ausprobiert habt, und nicht um zu sagen welche Ideen euch gut gefallen. Es geht darum, die Qualität der Anleitungen zu sichern und nicht die beliebteste Klamotte zu küren.
Ihr könnt nach der Abstimmung einen kurzen Kommentar hinterlassen und schreiben wo ihr Probleme hattet, was ihr geändert habt oder ähnliches. Stellt dort keine Fragen, die können nicht beantwortet werden und sollten an den Autor der Anleitung gerichtet werden.
Zurück zur Kategorie
Zurück zur Klamottenübersicht
Zurück zu N&S