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Luxus Reifrock



Reifrock

Autor: Soda
Schwierigkeit: 3 von 4
6 Fotos dazu

Ein verbotener Blick ins Ankleidezimmer...

Ich konnts ja wieder nicht lassen. Halb weil mein erster Reifen zu schwach war, halb weil ich so ambitioniert an meine Leipzig-Projekte gehe, habe ich einen superaufw├Ąndigen Reifrock mit etwa 3 Meter Umfang (also etwa 95 cm Durchmesser, das liegt ├╝brigens nicht an den Reifen, die haben weniger Umfang, aber durch die vielen Lagen T├╝ll dr├╝ber wird der Rock am Ende weiter) und einem Stoffverbrauch von etwa 10 (!) Metern gen├Ąht. Also, wenn der nicht h├Ąlt und gut aussieht...!
Das Prinzip ist folgendes: Der Rock baut auf einem Sattel auf, quasi ein superkurzer Minirock aus Satin. Der wird hinten mit Klettverschluss (=strong und verstellbar) verschlossen. Ab der H├╝fte ist ein Rock aus sechs Bahnen T├╝ll angesetzt (dieser Rock besteht aus T├╝ll damit die ganze Sache nicht zu schwer wird). Dadurch, da├č der Rock erst ab der H├╝fte weit wird, tr├Ągt er nicht so unsch├Ân auf. In den T├╝llrock sind nun etwa 25 cm ├╝ber dem Boden und nochmal auf halber H├Âhe (25 cm ├╝ber dem unteren Reifen) jeweils ein Plastikreifen eingen├Ąht. Den unteren Reifen verdeckt eine kurze T├╝llr├╝sche die aber bis knapp auf den Boden geht. ├ťber diesen ganzen Unterbau f├Ąllt nocheinmal ein T├╝llrock, der ebenfalls erst an der H├╝fte angesetzt ist und aus einer Lage normalem T├╝ll und einer Lage festem Gewebe besteht.
Ich habe f├╝r meine Reifen Plastik verwendet, denke aber im Nachhinein, da├č man genausogut Flachstahl verwenden k├Ânnte, der w├╝rde den ganzen Reifrock noch stabiler machen und w├Ąre besonders f├╝r schwere ├ťberr├Âcke geeignet. Der Vorteil von Plastik ist, da├č es noch nachgibt (=ihr bleibt nicht so leicht stecken), der Nachteil, da├č es sich leicht verformt.
Uff, kompliziert zu beschreiben. Und noch ein kleines bisschen komplizierter zu n├Ąhen ;)



Material

St├Ąbe
Preis



Anleitung

Sattel Erstmal messt ihr euren Hintern aus. Wir brauchen Taillenumfang, H├╝ftumfang (an der st├Ąrksten Stelle des Hinterns) und den senkrechten Abstand zwischen diesen Ma├čen. Die Umfang-Ma├če teilt ihr durch zwei und ├╝bertragt alle Ma├če in das Schema f├╝r den Sattel. Links und rechts bitte ordentlich Zugabe geben, der Hintern ist immer dicker als man meint ;) Au├čerdem wird das eine Teil noch auseinandergeschnitten. Dazu kommen wir jetzt. Ihr schneidet also zwei Teile nach dem Schema aus Satin aus. Das eine faltet ihr senkrecht in der Mitte und schneidet es da auseinander. Die entstandenen senkrechten Kanten vers├Ąubert ihr mit einem Zickzack, schlagt sie nach innen und n├Ąht nochmal mit geradem Stich dr├╝ber. Dann steckt ihr die beiden vers├Ąuberten Kanten wieder aufeinander und n├Ąht sie am unteren Ende ein paar cm zusammen. Der Rest bleibt offen.

Jetzt steckt ihr die Seitenn├Ąhte des Sattels zusammen und probiert vorsichtig, ob das passt und hinten auch noch zugeht. Wenn ja, k├Ânnt ihr die Seiten mit Zickzack n├Ąhen und die ├╝berfl├╝ssige Nahtzugabe wegschneiden. Dann vers├Ąubert ihr noch die obere und untere Kante, quasi die S├Ąume, wie eben schon beschrieben mit Zickzack und Umschlagen. Zum Schluss wird das Klettband als Verschluss hinten an den Schlitz im Sattel gen├Ąht. Eine Seite vom Klettband komplett auf den Stoff n├Ąhen, die andere nur mit einem Ende, so da├č sie ├╝bersteht und auf das Gegenst├╝ck zu kletten ist. Falls ihr Klettband zum Kleben verwendet mu├č das trotzdem angen├Ąht werden. Die klebrige Seite des ├╝berstehenden Bandes m├╝├čt ihr dann noch mit irgendeinem Fitzelchen vom Stoff oder sonstwas unsch├Ądlich machen.

Stoffauflageplan 1 Jetzt gehts an den Rock. Erstmal der Unterbau aus T├╝ll. Dazu schneidet ihr sechs Bahnen zu. Wie ihr die am gescheitetsten aus dem Stoff bekommt und auch alle anderen Teile noch seht ihr auf dem Stoffauflageplan. Die sechs Bahnen haben oben die Breite H├╝ftumfang/6, unten sind sie etwa 43 cm. Die H├Âhe betr├Ągt ungef├Ąhr 75 cm, das richtet sich aber auch nach eurer K├Ârpergr├Â├če, macht die Bahnen lieber erstmal zu lang. Es ist etwas anstrengend den quasi unsichtbaren schwarzen T├╝ll auf dem Fu├čboden auszubreiten und zu zerschneiden. Da hab ich leider auch noch keinen Trick raus. Wenn ihr sechs Bahnen habt dann n├Ąht ihr die erstmal zu einem Rock zusammen, also immer an den schr├Ągen Seiten, so da├č alle schmalen Enden oben und alle breiten unten sind. Das N├Ąhen geht am besten mit einem kurzen Zickzack. Die Nahtzugaben zeigen am Ende alle nach aussen (das ist ein Unterrock, das sieht man nicht, oder wollt ihr euch die Beine an den T├╝llenden zerkratzen?).

T├╝llrock an Sattel Jetzt wird der T├╝llrock an den Sattel gen├Ąht. Ihr dreht den T├╝llrock so hin, da├č die Nahtzugaben nach innen zeigen und zieht ihn ├╝ber den Sattel. Etwa 10 cm oberhalb des unteren Saumes des Sattels wird jetzt der T├╝llrock angen├Ąht, dann klappt ihr ihn nach unten und habt die kratzige Naht zwischen Sattel und Rock eingeschlossen und die Nahtzugaben vom T├╝llrock auf der Au├čenseite. Voila! (Wie das Prinzip mit verkehrt herum ann├Ąhen und dann runterklappen geht, erkl├Ąrt sich auch nochmal bei der R├╝sche vom Lady Jacqueline Samtrock)

*kr├Ąusel* Dann macht ihr erstmal die kurze R├╝sche die unten an den Rock kommt. Die wird aus sechs St├╝cken zusammengesetzt (siehe Stoffauflageplan). Die sechs St├╝cke n├Ąht ihr erstmal zu einem langen St├╝ck und dann zu einem Ring zusammen. Wo hierbei die Nahtzugaben hinkommen, bleibt euch ├╝berlassen. Die Oberkante des Ringes kr├Ąuseln wir jetzt. Dazu schneidet ihr ein St├╝ck kontrastfarbigen Faden mit einer L├Ąnge von etwa 3m ab und knotet das eine Ende an einen Knopf und das andere an die Nadel (dadurch rutscht euch der Faden nicht dauernd aus dem Nadel├Âhr, kleiner Trick). Jetzt heftet ihr mit dem Faden locker durch die obere Kante der zuk├╝nftigen R├╝sche. Immer rein und raus, la├čt zwischen den Stichen ein paar cm Abstand. Das Heften dauert etwas. Aber wenn ihr fertig seid, zieht ihr an dem Faden, so da├č sich die T├╝llr├╝sche kr├Ąuselt. Ihr solltet die R├╝sche auf etwa 2,60 Umfang zusammenkr├Ąuseln, das seht ihr an der L├Ąnge des ├╝berstehenden Fadens. Auf der richtigen L├Ąnge verknotet ihr den Faden mit dem Knopf, so da├č die R├╝sche sich nicht mehr entkr├Ąuseln kann. Die Falten werden h├╝bsch und gleichm├Ą├čig verteilt. R├╝sche klappen Jetzt wird die R├╝sche an den Rock gen├Ąht. Wieder so, da├č sie sp├Ąter runtergeklappt werden kann. Also erstmal verkehrtherum an den Rock stecken. Dabei lasst 5-10 cm Abstand zur unteren Kante, wir m├╝ssen ja auch noch den Reifen reinbasteln. R├╝sche ann├Ąhen, den Kontrastfaden und den Knopf rausfummeln.




Nun kommt die zweite Lage Rock, n├Ąmlich der lange gekr├Ąuselte T├╝llrock. Ihr k├Ânnt beide Sorten T├╝ll wie eine verwenden, also zusammen kr├Ąuseln und ann├Ąhen, ich habe aber den Verdacht, da├č es mehr bringt wenn ihr die Lagen seperat ann├Ąht. Wie auch immer, erstmal zerschneidet ihr den T├╝ll wieder wie auf dem Stoffauflageplan. Ihr braucht 4 St├╝cke von jeder Sorte. Die einzelnen St├╝cke sind etwa 95 cm lang und 140 cm (also die ganze Breite der Stoffbahn) breit. Jetzt n├Ąht ihr die T├╝llst├╝cke an den 95 cm langen Seiten aneinander, so da├č ein Ring/Schlauch entsteht. Genauso die T├╝llgewebest├╝cke. Jetzt wird jeder Schlauch f├╝r sich oder halt beide zusammen gekr├Ąuselt, das geht genauso wie eben die R├╝sche, nur da├č auf euren H├╝ftumfang zusammengekr├Ąuselt wird. Die gekr├Ąuselte Oberkante sollte also soviel Umfang haben wie der Sattel an der Stelle wo der sechsbahnige T├╝llrock angen├Ąht ist. Wie eben den sechsbahnigen Rock so n├Ąht ihr jetzt die beiden T├╝ll-Kr├Ąusel-R├Âcke an. So, da├č sie runterklappen (das erkl├Ąr ich nicht nochmal, ihr habt das eben schon zweimal gemacht, wenn ihr das immer noch nicht draufhabt.....!! *g*). Solltet ihr die beiden T├╝llsorten einzeln ann├Ąhen, dann macht das in zwei Arbeitsg├Ąngen, sonst wird es zu kompliziert. Welche Sorte T├╝ll ihr oben haben wollt bleibt euch ├╝berlassen. Ich habe den Verdacht, da├č es besser ist, den eng gewebten T├╝ll unter den zarteren T├╝ll zu packen weil der schwerere Stoff den anderen sonst zerdr├╝ckt, aber probiert aus was euch besser zusagt...

Puh, jetzt fehlen noch die Reifen. Wenn ihr hier das Miederband verwendet welches ich genommen habe, dann folgt der Anleitung. Wer was anderes genommen hat, was festeres, der mu├č das nicht doppelt nehmen, ├╝berspringt den Teil dann einfach. Also, der untere Reifen hat einen Umfang von 258 cm (die Reifen selber haben weniger Umfang, aber der ganze Rock hat am Ende schon locker drei Meter, einfach weil die ganzen Lagen T├╝ll noch so viel aufpolstern). Ihr schneidet also zweimal 258 cm Miederband zu. Eins dieser beiden St├╝cke klebt ihr jetzt mit Gaffaband zu einem Reifen zusammen. Gut umwickeln, dann h├Ąlt das schon. Auf der gegen├╝berliegenden Seite dieser Nahtstelle legt ihr jetzt das zweite St├╝ck Miederband an. Das wird nun zusammen mit den Reifen mit Gaffaband umwickelt. Dadurch, da├č ihr zwei St├╝cken zusammenwickelt wird der Reifen stabiler. Deshalb sind auch die Nahtstellen an gegen├╝berliegenden Seiten. Wenn ihr jetzt den ganzen Reifen umwickelt habt werdet ihr feststellen, da├č der zweite Reifen, also das St├╝ck welches noch nicht zusammengeklebt war, ein bischen zu kurz oder zu lang ist. Das macht nix, es ist nur so weil der ├Ąu├čerliegende Reifen gr├Â├čer ist als der innere...versteht ihr? Naja, auch egal. Wichtig ist, da├č am Ende ein Reifen entsteht der komplett mit Gaffaband umwickelt und einigerma├čen stabil ist. Der Reifen l├Ąsst sich nun immer noch relativ einfach zusammendr├╝cken, das finde ich aber okay, mit einem ganz starren Reifen w├╝rdet ihr eventuell mal in einer T├╝r oder so steckenbleiben (peinlich...!!). Au├čerdem st├╝tzen sich die beiden Reifen auch noch gegenseitig. Das erinnert mich: wir brauchen ja noch einen zweiten Reifen. Den habe ich aus Plastikfischbein gemacht. Das ist etwas stabiler, aber auch h├Ąrter, bricht also vielleicht irgendwann, man mu├č es aber nicht doppelt nehmen. Nat├╝rlich k├Ânnt ihr auch beide Reifen aus Miederband (beide doppeln, braucht mehr Materiel als ich aufgef├╝hrt habe!) oder aus Plastikfischbein machen. Ich habe nur zwei verschiedene Sorten verwendet weil ich noch am ausprobieren war. Der obere Reifen hat jedenfalls einen Umfang von 210 cm und wird einfach zusammengebogen und dort wo die Enden aufeinandersto├čen lasst ihr sie etwas ├╝berlappen und umwickelt das ganze mit Gaffaband.

Reifen platzieren Nun m├╝ssen die Reifen in den Rock. Das k├Ânnte man theoretisch auch schon machen bevor man die ganzen R├╝schen da anbaut, aber dann sind die Reifen immer im Weg. Okay, der untere Reifen ist einfach. Die untere Kante des sechsbahnigen T├╝llrockes (die 5-10 cm die unter der R├╝sche noch ├╝brig sind) wird um den Reifen herum nach innen eingeschlagen und festgen├Ąht. Erstmal solltet ihr aber vielleicht den oberen Reifen einbauen. Dazu wird auf dem sechsbahnigen T├╝llrock ein Abstand von 25 cm zur Unterkante abgemessen. Hier wird von au├čen ein Streifen T├╝ll gegengen├Ąht. Erstmal nur die Unterkante des Streifens ann├Ąhen, dann den Reifen dazwischenstecken und die Oberkante ann├Ąhen. Das ganze mu├č nat├╝rlich gerade werden! Probiert es lieber einmal zu oft an.

So, Reifen drin, alles abgepolstert, fertig! Fehlt noch der passende ├ťberrock. Was der f├╝r einen Umfang haben muss, h├Ąngt davon ab wie dick die T├╝llpolster auf eurem Reifrock geworden sind. Am besten ihr nehmt einen Wollfaden, legt den locker um die untere Kante des Reifrocks, messt die L├Ąnge des Wollfadens und gebt noch mindestens 20 cm, das ist die Weite f├╝r den ├ťberrock.

Aufbewahren solltet ihr den Reifrock liegend, also so, da├č kein Zug auf den Reifen ist, sie verformen sich bestimmt wenn ihr den Rock per Reifen an einen Nagel h├Ąngt.


Variationen


Empfehlung

Schwierig. Ist ne ganze Menge Gefummel. Und gerade soll es ja auch werden. Habt ihr eigentlich das mit dem Ann├Ąhen und dann Runterklappen verstanden? Also, ich w├╝rde es keinem Anf├Ąnger empfehlen. Aber es gibt ja auch einfachere Arten einen Reifrock zu n├Ąhen, ich gebe zu, da├č meine Version mit allen Schikanen aufwartet und deshalb ziemlich kompliziert wird... Wem das ganze Gefummel zu viel oder der Rock zu teuer ist, der halte sich einfach an Namidas Anleitung!

Musiktipp

Soda empfiehlt was dramatisch-supergruftiges... Sisters of Mercy, the Cure, meinetwegen Fields of the Nephilim...





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