Jacquard Korsett



Korsett

Autor: Soda
Schwierigkeit: 4 von 4
70 Fotos dazu

Perfekt darkness

Viktorianisches Korsett, semi-bust, stĂŒtzt also die Oberweite noch ein wenig und macht ein traumhaftes DekolletĂ©e. Oben gerade und unten spitz-rund, aus Jacquard, mit Jeans gefĂŒttert, Vorderverschluß mit Unterplanchette sowie VerstĂ€rkung durch 10 SpiralstĂ€be. An den Kanten mit Jacquardband eingefasst, hinten geschnĂŒrt. Taillenumfang im ganz geschnĂŒrten Zustand: 60 cm.
Dazu gibt es noch Anleitungen zum Variieren und Vereinfachen:
Von Lacrima eine super Anleitung zum Anpassen des Schnitts.
Von Vampirfee eine Anleitung fĂŒr das einfache ZusammennĂ€hen der Paneele.
Und fĂŒr alle die Spiralstahl vom Meter verwenden eine Anleitung zum AblĂ€ngen von Spiralstahl und Aufsetzen von Endkappen. von Minadiel




Achtung:
Diese Anleitung ist fĂŒr ein Korsett im viktorianischen Stil. Es hĂ€tte im komplett geschnĂŒrten Zustand die Maße 72-60-76. Ich möchte euch allerdings DRINGEND raten dieses Korsett (wie ĂŒberhaupt jedes Korsett) nicht sofort ganz eng zu schnĂŒren. Der Körper sowie auch das verarbeitete Material brauchen Zeit sich an die ungewohnte Belastung zu gewöhnen. SpĂ€ter könnt ihr dann enger schnĂŒren, aber laßt euch Zeit damit! Vertraut auf euren Körper, wenn ihr das GefĂŒhl habt es ist zu eng, dann lockert die SchnĂŒrung! Dies ist fĂŒr euer persönliches Wohlbefinden und auch fĂŒr eure Gesundheit sehr wichtig.
Außerdem muß ich euch warnen, das Korsett sollte nicht dauernd getragen werden. Dieser Schnitt ist kein orthopĂ€discher, von niemandem abgesegnet und eigentlich nur fĂŒr persönlichen Gebrauch entworfen. Natron und ich ĂŒbernehmen keinerlei Garantien fĂŒr was auch immer ihr damit anstellt. Seid euch bitte darĂŒber im Klaren, daß es auch ein Risiko fĂŒr die Gesundheit ist, den Körper einzuschnĂŒren! Ich möchte euch keine Angst einjagen, aber ich finde, daß es wichtig ist auf den Körper zu hören und zu vertrauen. Ein Korsett zu tragen wird immer irgendwie unangenehm sein, aber zwingt euch bitte zu keinen Schmerzen, Atembeschwerden und Druckstellen die vollkommen unnötig sind!





Material

Preis


Anleitung

Dieser Schnitt ist fĂŒr ein Korsett mit einer Taillenweite von 60 cm. Nehmt mal an, daß wĂ€re jemandem zu wenig, und er hĂ€tte gerne 55 cm. Dann kann man einen Umrechnungsfaktor erarbeiten (60:55=1,0507...) und damit sĂ€mtliche Taillenmaße der einzelnen Paneele umrechnen (z.B. vorderes Mittenteil, Taillenmaß 5,8 cm: 5,8:1,0507= 5,52...) dabei bleiben die Maße unter der Brust und an der HĂŒfte unberĂŒhrt, denn hier kann man ja nicht unendlich einschnĂŒren...

Und falls euch das zu kompliziert ist dann schaut doch mal wie Lacrima den Schnitt auf ihre GrĂ¶ĂŸe angepasst hat!

So, hier ist dann also erstmal mein Schnitt. Das Korsett besteht aus sechs Paneelen rechts und sechs links. Diese sechs Muster ĂŒbertragt ihr in der richtigen GrĂ¶ĂŸe auf Papier (da kann man sie auch umdrehen und hat dann das Schnittmuster fĂŒr das gegengleiche Teil auf der andern Seite). Zu den Bildern hier ist zu sagen: es sind alles cm Angaben, nur die grauen Teile sind die Paneele, die weißen Linien außerhalb sind nur Hilfslinien.

Vorne MitteVorneVorne SeiteHinten SeiteHintenHinten Mitte


Jetzt ist es SEHR ratsam das ganze erstmal mit einem ProbestĂŒck auszuprobieren. Da könnt ihr den Schnitt ĂŒberprĂŒfen, feststellen ob es ĂŒberhaupt paßt, euch gefĂ€llt und was ihr eventuell anders machen wollt. Ich habe das auch zuerst so gemacht, ein Korsett ist einfach zu aufwendig und zu teuer um ins Blaue zu arbeiten. Also ĂŒbertragt ihr erstmal alle sechs (ihr mĂŒĂŸt natĂŒrlich 12 Teile machen, sonst kann man ja nicht anprobieren) Schnittmuster (plus Nahtzugabe!) auf ein altes Bettlaken oder einen billigen festen Stoff. Dabei bitte beachten: die Vorderschließe kann man hier nicht imitieren, ihr nĂ€ht also die beiden vorderen Mittelteile gleich aneinander. Achtet darauf, daß ihr exakt arbeitet, sonst nĂŒtzt das Probeteil gar nichts. Ohne StĂ€be knautscht das Probeteil und ihr könnt die Passform nicht beurteilen, es muss also verstĂ€rkt werden. Ihr könntet jetzt schon die StĂ€be fĂŒr das spĂ€tere Korsett verwenden (die kann man ja wieder rausnehmen). Bei StĂ€ben vom Meter ist es vielleicht praktischer Plastik-Miederband oder Kabelbinder zu benutzen, um die StĂ€be nicht jetzt schon abschneiden zu mĂŒssen. Allerdings geben die Plastikalternativen keine ganz korrekte "Vorschau", aber unter UmstĂ€nden kann das auch genĂŒgen.
Wenn ihr alles zusammengenĂ€ht habt, dann zieht es an, schnĂŒrt es, und schaut euch im Spiegel an ob es paßt/gefĂ€llt.
Das Probeteil ist ein wichtiger Anhaltspunkt, das Korsett wird am Ende viiieeel besser aussehen, vertraut mir.

So, nehmen wir an, ihr hab euch entschieden das Korsett nur zu nÀhen, habt das Schnittmuster entweder akzeptiert oder verÀndert und euer Material zusammengeschafft. Dann kann's jetzt losgehen!
Ihr ĂŒbertragt die Papierschnitte wieder einmal richtig, einmal spiegelverkehrt auf die linke (das ist die nicht so schöne, wo das Muster matt auf glĂ€nzendem Grund ist) Seite des Jacquards und dann ebenso alle Schnittmuster bis auf die mittleren Vorderteile auf Jeans. Diese Teile mĂŒssen auch aus Jacquard gemacht werden, da man eventuell sonst die Kante des Futterstoffes von außen sehen wĂŒrde. Ihr habt also 14 Teile Jacquard, 10 Teile Jeans. Bitte lĂ€ĂŸt großzĂŒgige Nahtzugaben um alle Teile herum, auch oben und unten und besonders an den Kanten der vorderen und hinteren Mittelteile wo Schließe und SchnĂŒrung hinkommen. Außerdem EXTREM wichtig: beschriftet alle Teile! Markiert wo oben ist, damit ihr spĂ€ter nicht durcheinanderkommt!

Dann können wir jetzt zur ersten Naht kommen. Erstmal nĂ€ht ihr nĂ€mlich die Schließe in die "Vorne Mitte" Teile. Zur Schließe mal folgendes: Meine Schließe hat sechs Ösen und sechs pilzförmige Noppen zum Dranhaken, zwei von den Ösen/Pilzen sind enger zusammen als die anderen, die kommen nach unten. Dann ist spĂ€ter der Teil mit den Ösen rechts und die Pilze links, so macht man das anscheinend, ich hab's jedenfalls noch nie andersherum gesehen. Wir fangen also mit rechts an. Legt das Ösenteil der Schließe an die richtige Kante des "Vorne Mitte" Teils (auf die Innenseite) und markiert wo die Ösen rĂŒberstehen, dazwischen werden nĂ€mlich Oberstoff und Futter zusammengenĂ€ht. Steckt die beiden Teile erstmal entlang dieser Kante aneinander (rechte Seiten zueinander), probiert ob die Ösen noch durchpassen und nĂ€ht die kurzen StĂŒckchen dann zusammen. Nun wird gebĂŒgelt. Das ist wichtig! Ich habe alle NĂ€hte erstmal plattgebĂŒgelt und dann die Nahtzugaben auseinander, etc. Dadurch lĂ€ĂŸt sich der Stoff besser verarbeiten und eure Arbeit wird exakter. Hier also auch erstmal die Naht plattbĂŒgeln (Baumwolltemperatur), dann die Nahtzugaben auseinander und schließlich an der eben genĂ€hten Kante falten (rechte Seiten nach außen) und wieder bĂŒgeln, so habt ihr schonmal die Form, die das ganze spĂ€ter haben soll.
Jetzt steckt ihr die Schließe mit den Ösen durch die entstandenen Löcher, das Metallteil der Schließe ist zwischen dem Oberstoff und dem Futter eingeschlossen. Dann tauscht ihr den Fuß der NĂ€hmaschine gegen einen Reißverschlussfuß und nĂ€ht damit direkt an der Kante der Schließe entlang, und zwar durch Oberstoff und Futterstoff. So sitzt die Schließe schonmal und verrutscht auch spĂ€ter nicht mehr. Bei dieser Naht empfiehlt es sich Anfang und Ende nicht durch hin- und hernĂ€hen zu sichern (das sieht man ja von außen!) sondern die Fadenenden etwas lĂ€nger stehen zu lassen, dann mit einer Stecknadel nach innen durchzuziehen und miteinander verknoten. So hab ich das auch bei den NĂ€hten links und rechts neben den StĂ€ben gemacht.

Nun kommt das "Vorne" Teil an das "Vorne Mitte" Teil genĂ€ht. Erstmal machen wir die Oberlagen, also den Jacquard. Dazu die beiden Paneele genau an den angemalten Linien aneinanderstecken, Achtung! sie sollen oben und unten etwa gleich lang abschließen, sonst paßt das am Ende nicht. ZusammennĂ€hen, die Futterstoffteile genauso zusammennĂ€hen. Nun beide Lagen bĂŒgeln. Erstmal wieder die Naht platt, dann die Nahtzugaben auseinander, so wie der Stoff spĂ€ter liegen wird. Jetzt versĂ€ubert ihr die Nahtzugaben, dazu einen engen Zickzackstich etwa 1 cm neben der Naht machen (nur durch die Nahtzugabe nĂ€hen!), den ĂŒberschĂŒssigen Stoff wegschneiden. Jetzt klappt ihr beide Teile (Jacquard und Jeans) wieder zusammen und steckt sie mal aneinander, dabei werdet ihr merken ob die NĂ€hte aufeinanderliegen (aus irgendwelchen unerfindlichen GrĂŒnden schafft es der Jeansstoff manchmal breiter als der Jacquard zu sein, dann muß die Form des Jeanspaneels entsprechend des Jacquardteils korrigiert werden, sonst verziehen sich nĂ€mlich auch alle anderen, spĂ€ter angenĂ€hten Teile!). Nun von außen etwa 1 cm links und rechts von der Naht die beiden Stofflagen zusammenstecken. Das wird der Tunnel fĂŒr den Stab. Dieser Tunnel folgt in seinem Verlauf genau der Mittelnaht, das sieht manchmal etwas gebogen aus, aber keine Angst, die SpiralstĂ€be können sich so biegen. Hier nĂ€ht ihr also einmal links, einmal rechts von der Mittelnaht runter (diese Naht am besten mit der Außenseite des Korsetts nach oben machen, dann wird das ordentlicher). Dabei ist es wichtig, daß der Tunnel breit genug fĂŒr den Stab ist und daß die NĂ€hte ordentlich aussehen. Ich hab den Fuß der NĂ€hmaschine als Abstandhalter verwendet, d.h. die Kante des Fußes geht immer genau entlang der Mittelnaht, so werden die NĂ€hte links und rechts ordentlich und der Tunnel breit genug (andere Maschinen haben andere FĂŒĂŸe, probiert es aus!). Wie schon erwĂ€hnt hab ich die Nahtenden durch Verknoten und nicht durch Hin- und HernĂ€hen gesichert.

Genauso macht man dann auch die NĂ€hte an allen anderen Paneelen, bis man sĂ€mtliche Teile einer Seite zusammengenĂ€ht hat. Dabei, wie schon gesagt, drauf achten, daß die Form von Jeans- und Jacquardteilen gleich ist und die NĂ€hte aufeinanderliegen. Bei den NĂ€hten die etwas mehr gebogen sind kann es manchmal passieren, daß sich die Nahtzugaben nicht platt hinbĂŒgeln lassen, dann mĂŒĂŸt ihr einen kleinen Schnitt in die Nahtzugabe machen, senkrecht zur Naht, daß sie sich aufschieben kann, allerdings auch diesen Schnitt versĂ€ubern!

Wenn ihr bei den letzten Teilen, also bei "Hinten Mitte" angekommen seid, dann geht's hier weiter. Bei dem Jeansteil wird an der Kante die spĂ€ter die SchnĂŒrung wird, komplett die Nahtzugabe weggeschnitten. Da klappt ihr nun die Nahtzugabe des Jacquardteils drum (BĂŒgeln! und darauf achten, daß das eine gerade Kante wird!). Dann macht ihr eine Naht die parallel zur Abschlußkante, aber etwa 2 cm daneben ist. In diesen Streifen werden spĂ€ter die Ösen genietet. Eventuell könnt ihr den Streifen auch noch durch einen Streifen Lack oder Vlieseline (zwischen den Stofflagen) verstĂ€rken, es geht nur darum, daß die Ösen spĂ€ter gut was zum drin Halten haben.

Soweit die rechte Seite. Die Linke wird praktisch genauso, nur daß der Teil der Schließe ja hier anders ist. Ihr nĂ€ht also erstmal Futter und Jacquard an der Kante die die Schließe einschließt, zusammen, dann bĂŒgeln, und zwar so hinbĂŒgeln wie es spĂ€ter sein soll. Nun wieder aufklappen und den obersten Pilz (= pilzförmiges Hakenteil) mit Kreide bemalen, dann die Schließe vorsichtig in die richtige Position zirkeln und auf die linke Seite der Oberlage Stoff drĂŒcken. So habt ihr die Markierung fĂŒr den ersten Pilz. Hier stecht ihr nun mit einem sehr spitzen Gegenstand (Lederpiekser, Pinzette...) durch, es sollen sich die Fasern des Gewebes auseinanderschieben, das Loch mit einem Bleistift o.Ă€. weiten und den Pilz durchschieben. Die Fasern werden sich jetzt wieder zusammenziehen und es entsteht kein Loch, welches das Gewebe unnötig schwĂ€chen wĂŒrde. Nun könnt ihr erkennen wo sich die andern Pilze durch den Stoff drĂŒcken und dort ebenfalls Löcher machen. Zum Schluß habt ihr die ganze Schließe anhand der Pilze positioniert und könnt die beiden Stofflagen wieder zusammenklappen (die Nahtzugaben befinden sich natĂŒrlich hinter der Schließe) und eine Naht eng an der Schließe entlang machen, wieder mit dem Reißverschlussfuß.

Wenn ihr nun also beide Seiten soweit gearbeitet habt, daß keine Stoffteile mehr ĂŒbrig sind, dann werden die Ober- und Unterkanten versĂ€ubert. Dazu mĂŒĂŸt ihr erstmal die Form bestimmen. Das geht am besten mit dem Probeteil. Also die Vorderschließe zuhaken, das Korsett auf den Boden legen und die Form der oberen und unteren AbschlĂŒsse anhand des Probeteils aufmalen. Hierbei gibt es folgendes Problem: das Korsett lĂ€ĂŸt sich ja nicht flach auf dem Boden ausbreiten, ihr könnt nur entweder Oberkante oder Unterkante flach ausbreiten. Ihr breitet also eine Kante aus, genauso das Probeteil, drauflegen und die Kante nachmalen, dann genauso mit der anderen Kante verfahren. Wenn ihr eine Form habt dann haltet euch das Korsett mal an den Körper und ĂŒberprĂŒft ob euch die Form gefĂ€llt. Nun erstmal bei einem (!) Teil entlang der aufgemalten Linien abschneiden, dieses Teil dann nochmal zum Korrigieren der Form des anderen verwenden, es ist nĂ€mlich sehr wichtig, daß beide Teile die selbe Form haben.

Und jetzt schiebt ihr die StĂ€be in die Tunnel. Da bleiben sie auch ab jetzt. Vorher stören die bloß beim NĂ€hen. Noch was zur LĂ€nge der StĂ€be: sie mĂŒssen natĂŒrlich so kurz sein, daß man die SchrĂ€gbĂ€nder zur Einfassung noch annĂ€hen kann aber auch nicht so kurz dass der Stoff sich zusammenschieben kann. Wenn ihr fertig abgelĂ€ngte StĂ€be kauft, solltt ihr diese LĂ€ngen auch am Korsett einahlten.

Einfassung Jetzt macht ihr SchrĂ€gbĂ€nder aus Jacquard (eigentlich heißen die Dinger SchrĂ€gbander, weil bei soeinem Band der Fadenverlauf schrĂ€g, also diagonal auf dem Band entlang lĂ€uft. Um es ganz richtig zu machen mĂŒĂŸte man die JacquardbĂ€nder nun auch schrĂ€g zum Fadenverlauf ausschneiden, das braucht allerdings eine Menge Material). Dazu die LĂ€nge der Ober- bzw. Unterkante ausmessen und einen Streifen Jacquard mit dieser LĂ€nge (plus Nahtzugabe) und einer Breite von etwa 6 cm zurechtschneiden. Diesen Streifen entlang einer Kante etwa 1 cm umbĂŒgeln. Dann wieder auffalten und die Kante entlang der Kante des Korsetts feststecken. Dann kann nĂ€mlich hier genĂ€ht werden, dann wird die gebĂŒgelte Linie wieder hochgefaltet und man sieht keine Naht!
Der Rest des SchrĂ€gbandes wird auf die Innenseite des Korsetts umgefaltet und festgesteckt. Am Anfang und Ende mĂŒĂŸt ihr aufpassen, daß eine schöne Ecke entsteht. Jetzt wird von außen eine ordentliche Naht entlang des SchrĂ€gbandes gemacht (dann hat man außen doch eine Naht, aber halt nur eine), damit ist dann die ganze Kante eingefaßt. Zum Schluß noch die ĂŒberstehende Menge SchrĂ€gband mit Zickzack versĂ€ubern und abschneiden. Tip: Falls eure beiden KorsetthĂ€lfe doch nicht so ganz genau gleich in Höhe/Form sind kann man auch mit dem SchrĂ€gband noch etwas tricksen.

So, nun mĂŒĂŸt ihr noch die Ösen einschlagen. Wie das geht steht auf der Packungsbeilage. Liebe Variozangenbesitzer: Die 5 mm Ösen bringen kein Lochwerkzeug fĂŒr die Zange mit, ihr mĂŒĂŸt entweder Löcher mit dem Hammer schlagen oder das 4 mm Werkzeug der Zange verwenden und die Löcher mit einem Stift etwas ausleiern, das geht auch. Wie viele Ösen ihr verwendet hĂ€ngt davon ab wie hoch euer Korsett ist und wie eng ihr die Ösen setzt. Tendenziell wĂŒrde ich sagen, setzt sie so eng wie möglich, bei mir sind's auf jeder Seite 14 Ösen mit einem Abstand von 4-5 mm zwischen den Ösen. Denkt daran, daß die Ösen auf beiden Seiten genau gegenĂŒber sein mĂŒssen, sonst wird's schief beim SchnĂŒren.

Fehlt noch die Unterplanchette. Da wird praktisch die Metallplanchette mit Jacquard bezogen. Also ein ausreichend großes StĂŒck Jacquard falten, mit der linken Seite nach außen. Die LĂ€nge der Planchette drauf markieren und an den Enden einen Zickzack nĂ€hen, nun umstĂŒlpen, bĂŒgeln, die Planchette reinschieben, mit dem Reißverschlussfuß eine Naht eng daran machen und die letzte Kante wieder mit Zickzack versĂ€ubern. AngenĂ€ht wird die Unterplanchette von Hand. NĂ€mlich so, daß sie nur durch die innerste Stofflage genĂ€ht wird und das ganze von außen unsichtbar ist. AngenĂ€ht wird die Unterplanchette nur an ein Vorderteil, sonst hat man ja nix von der Schließe. Also so positionieren, daß die Unterplanchette genau mittig unter der Vorderschließe ist und dann nur an die linke Seite (die mit den Pilzen) nĂ€hen.

Jetzt ist das Korsett fertig. Darauf erstmal ein Glas Sekt! Jetzt mĂŒĂŸt ihr nur noch die BĂ€nder einfĂ€deln. Das geht so: Ihr beginnt von oben, fĂ€delt die BĂ€nder kreuzweise durch die Ösen bis zu der Stelle die die engste sein soll (Taille), hier kommt das Band aus der Öse, geht nicht zur anderen Seite, sondern gleich wieder in die nĂ€chste Öse auf der selben Seite, darunter wird normal weitergefĂ€delt, am Ende die BĂ€nder verknoten. Jetzt könnt ihr nĂ€mlich die BĂ€nder an der einen "ausgelassenen" Öse ziehen und strafft so die SchnĂŒrung vom engsten Punkt aus, das ist sehr viel einfacher und effektiver als wenn ihr in einem durch geschnĂŒrt hĂ€ttet.

Variationen


Empfehlung

Dieses Korsett ist mit Abstand das schwierigste was wir auf der Seite haben! Um das vernĂŒnftig zu nĂ€hen braucht man schon eine Menge Erfahrung, es tauchen nĂ€mlich garantiert Probleme auf die ich hier nicht berĂŒcksichtig habe. Also nix fĂŒr Leute die erst seit einem halben Jahr nĂ€hen. Und, weil ich das jetzt schon mehrfach gehört habe, es gilt auch nicht, daß ihr das Korsett ja sooooo gerne haben wĂŒrdet. Wenn es denn nĂ€mlich schief geht, dann seid ihr bloß gefrustet, und das muß doch nicht sein. NĂ€ht lieber erstmal was einfacheres, das Korsett lĂ€uft nicht weg. Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude! ;)



Musiktipp

Soda empfiehlt was von Joy Division, auch wenn Natron meint, daß das gar nicht zuim Korsett passt. Wie wĂ€re es mit "Love will tear us apart" das kann ich manchmal den ganzen Tag summen.





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