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Sternförmiges Kissen



Kissen

Autor: Clarimonde
Schwierigkeit: 2 von 4
5 Fotos dazu

Dieses Kissen stellt eine gute Möglichkeit zur Resteverwertung dar. Man kann jedoch auch sehr gut z.B. alte KleidungsstĂŒcke dafĂŒr verwenden.

Ich bemĂŒhe mich, die Anleitung möglichst genau auszufĂŒhren, wer sich jedoch schon mal mit Patchwork befasst hat, ist klar im Vorteil. Nichtsdestotrotz - wie man so treffend sagt: Ein Grund, aber kein Hindernis!

Schemazeichnung:


Maße des Kissens: 40 cm Durchmesser, 13 cm Höhe.

Material: FĂŒr mein Kissen habe ich Stoffreste gewĂ€hlt, die von einem Patchwork-Projekt ĂŒbrig waren: Robuste Leinen- und Baumwollstoffe. Es gehen auch elastische Stoffe, allerdings haben die ihre eigenen TĂŒcken. FĂŒr AnfĂ€ngerInnen empfehlen sich unelastische Stoffe.


Ober- und Unterseite des Kissens sind Patchwork-Sterne aus jeweils fĂŒnf Rhomben (Rauten), die wiederum aus jeweils zwei Dreiecken bestehen. Die Seitenwand des Kissens besteht aus einem einfachen Stoffstreifen.

Zuschneiden:

Um es mir einfach zu machen, bastele ich mir zunĂ€chst eine Schablone fĂŒr die Rhomben, aus denen die Sterne genĂ€ht werden.
Da die Rhomben nach dem Zuschnitt nochmals entlang der LĂ€ngsachse geteilt und wieder zusammengenĂ€ht werden, rechnet man entlang der LĂ€ngsachse eine gedachte Nahtzugabe von 1 cm zu. Deswegen lautet die eine LĂ€ngenangabe auf der Schablone 15 cm, die andere 16 cm: Die 15 cm sind die endgĂŒltige KantenlĂ€nge (ohne Ecke), die 16 cm reichen von Rhombenecke zu Rhombenecke.




Der rosafarbene Leinenstoff hat Karostruktur, dessen Verlauf ich zu ignorieren beabsichtige. Daher schneide ich die Rhomben frohgemut so zu, dass die LĂ€ngsachse diagonal zum Fadenlauf liegt. Die Pappschablone hilft mir beim Aufzeichnen der Linien auf die linke Stoffseite. Ich brauche insgesamt zehn dieser Rhomben, je fĂŒnf von einer Farbe.





Die anderen fĂŒnf Rhomben sollen aus dem gestreiften Stoff bestehen. Da der Verlauf der Streifen strahlenförmig von innen nach außen sein soll, schneide ich diesmal so zu, dass die LĂ€ngsachse parallel zum Fadenlauf liegt. Wie man sieht, muß mein Stoff dafĂŒr breiter sein als fĂŒr die Rhomben mit dem diagonalen Fadenverlauf.





Es passen keine ganzen fĂŒnf Rhomben auf mein StoffstĂŒck, aber da diese ja ohnehin anschließend der LĂ€ngsachse nach zerschnitten werden, kann ich auch gleich einzelne Dreiecke (= halbe Rhomben) zuschneiden.





Außerdem brauche ich ohnehin gleich noch je zwei einzelne Dreiecke von jeder Farbe. Also zerschneide ich noch einen rosafarbenen Rhombus entlang der LĂ€ngsachse.



Warum habe ich Rhomben ausgeschnitten und nicht gleich Dreiecke? Weil es den folgenden Schritt vereinfacht:

Das ZusammennÀhen der zweifarbigen Rhomben.

Dazu stecke ich jeweils einen rosa und einen gestreiften Rhombus rechts auf rechts zusammen und steppe zwei gerade NĂ€hte rechts und links der LĂ€ngsachse mit je einem halben Zentimeter Abstand zur LĂ€ngsachse.







Anschließend schneide ich die zusammengenĂ€hten Rhomben entlang der LĂ€ngsachse auseinander und versĂ€ubere die Nahtzugaben gemeinsam mit Zickzackstich. "Gemeinsam" heißt in diesem Fall: Ich fasse die Nahtzugaben beider zusammengenĂ€hter StĂŒcke zusammen und versĂ€ubere sie wie ein Teil, statt jede einzeln zu sĂ€umen.
Dann wird die Naht auseinandergebĂŒgelt.


Die Rhomben und Dreiecke werden jetzt zu halben Sternen zusammengenÀht.


Dazu werden je zwei Rhomben rechts auf rechts aufeinandergesteckt, wobei die jeweils andersfarbigen Dreiecke aufeinanderliegen. Die LĂ€ngsnĂ€hte liegen genau aufeinander. Je eine Kante wird im Abstand von ca. einem Zentimeter vom Rand zusammengenĂ€ht. Es lohnt sich, immer mal zu kontrollieren, ob alle Ecken und NĂ€hte einigermaßen exakt aufeinanderstoßen. Die Nahtzugaben werden zusammen mit Zickzack versĂ€ubert.


Jetzt erkennt man, warum ich vier Dreiecke einzeln ĂŒbrig gelassen habe: Wenn ich je eins an die SternhĂ€lften anfĂŒge, kann ich die HĂ€lften zu guter letzt bequem mit einer geraden Naht verbinden.


Auch hier wieder die Nahtzugaben zusammen mit Zickzackstich vor dem Ausfransen schĂŒtzen. Jetzt habe ich vier halbe Sterne zu zwei ganzen zusammengefĂŒgt.





Die Seitenwand des Kissens besteht aus einem Stoffstreifen, der so breit ist wie das Kissen dick werden soll und etwas lÀnger als der Umfang eines Sterns. Sie ist parallel zum Fadenlauf zugeschnitten. Das ist wichtig, damit sich der Stoff nicht verzieht. Die Seitenwand wird zunÀchst an einem Stern angenÀht.
Dazu wird er mit einer langen Seite rechts auf rechts entlang der Außenkante eines Sterns festgesteckt und angenĂ€ht, beginnend und endend an einer Sternzackenspitze. Der Seitenwand-Stoffstreifen steht dabei ca. 2 cm ĂŒber die Zackenspitze hinaus, da das Kissen nach dem FĂŒllen an dieser Stelle per Hand zugenĂ€ht werden soll; die ĂŒberstehenden Kanten werden dann nach innen umgeschlagen.


An den weiteren Zackenspitzen kann das etwas knifflig werden, weil man im spitzen Winkel um die Ecke nĂ€hen muß. Vorsicht hier, sonst gibt es nachher Falten. Es hilft, die Nahtzugabe der Seitenwand an diesen Stellen knapp bis zur Naht einzuschneiden (aber nicht bis ganz an die Naht, sonst reißt selbige spĂ€ter aus. Man muß die Nahtzugabe beim VersĂ€ubern noch erwischen können. Und natĂŒrlich darf die Naht selbst auch nicht beschĂ€digt werden).


Die Nahtzugabe wird an den Spitzen und den Einkerbungen zwischen den Sternzacken zurĂŒckgeschnitten und zusammen versĂ€ubert. Die andere kurze Seite des Seitenwand-Stoffstreifens wird auf ca. 2 cm zurĂŒckgeschnitten, beide Kanten werden versĂ€ubert.






Anschließend wird der zweite Stern an der Seitenwand angenĂ€ht. Man beginnt wieder an der selben Stelle wie beim ersten Stern. Dabei muß man darauf achten, dass sich die Seitenwand nicht verzieht, damit die beiden Sterne spĂ€ter möglichst genau parallel ĂŒbereinander liegen. Daher markiere ich mir die Stellen fĂŒr die Zackenspitzen des zweiten Sterns auf der linken Stoffseite der Seitenwand.


Stecken, steppen, Nahtzugabe einschneiden, versÀubern und wenden. Die Seitenwand ist jetzt noch an einer Sternenzacke offen.


Das Kissen wird mit FĂŒllwatte gefĂŒllt, bis es so prall ist, wie man es gern hĂ€tte.


Dann wird die offene Naht per Hand zugenÀht.



Die Knöpfe:

Zum Schluß werden die beiden Knöpfe mit Stoff bezogen.


Dazu schneidet man zwei Stoffkreise aus, deren Durchmesser 2 bis 3 cm grĂ¶ĂŸer ist als der Durchmesser der Knöpfe. Ist der Stoff recht dĂŒnn, kann man ihn doppelt nehmen oder ihn, wie ich es hier gemacht habe, mit einer Einlage aus etwas dickerem Stoff unterlegen (das ist der graue auf dem Foto). Die RĂ€nder der Stoffkreise werden versĂ€ubert.


Per Hand werden jetzt die Stoffkreise am Rand knapp innerhalb der Zickzackstiche eingereiht. Dazu nehme ich das NĂ€hgarn doppelt, damit es nicht reißt.


Wenn ich jetzt den Knopf in die Mitte des Stoffkreises lege und am Reihfaden ziehe, zieht sich der Stoffkreis wie ein SĂ€ckchen um den Knopf zusammen. Ich versteche den Reihfaden sorgfĂ€ltig auf der RĂŒckseite des Knopfes, damit der Stoff schön straff um den Knopf anliegt und das SĂ€ckchen nicht mehr aufgeht.


Die Knöpfe werden mittig auf den oberen und unteren Stern genÀht, und zwar so, dass sie quer durch das Kissen miteinander verbunden sind. Dazu benutzt man eine möglichst lange NÀhnadel, optimal wÀre eine Polsternadel. Man sticht also durch das ganze Kissen hindurch und verbindet die Knöpfe mit dem NÀhfaden. Dabei zieht man den Faden etwas fester an, damit es einen schönen Pralles-Kissen-Fluff-Effekt gibt. (Leider habe ich vergessen, von diesem Schritt ein Foto zu machen.)
Nach nochmaligem Überlegen denke ich, dass es wahrscheinlich einfacher ist, zuerst das gefĂŒllte Kissen in der Mitte nur mit Garn zusammenzunĂ€hen und die Knöpfe anschließend einzeln aufzusticken.



Anmerkungen:

Eine alternative (vielleicht sinnvollere) Verarbeitung: Erst habe ich das Kissen gefĂŒllt, dann die Mitten der Sterne quer durch das Kissen mit Garn verbunden, um den Fluff-Effekt zu bekommen - dabei war die letzte Naht noch offen, so daß ich in das Kisssen hineinlangen konnte, um die NĂ€hnadel besser fĂŒhren zu können. Anschließend habe ich die Knöpfe aufgestickt, dann die FĂŒllwatte noch etwas besser verteilt und erst ganz zum Schluß die letzte Naht per Hand von rechts geschlossen.

Soll das Kissen grĂ¶ĂŸer oder kleiner werden, so bleiben die Winkel der Rhomben gleich (72° bzw. 108°). Nur die SeitenlĂ€nge der Rhomben Ă€ndert sich (lĂ€nger -> Kissen wird grĂ¶ĂŸer, kĂŒrzer -> Kissen wird kleiner). Soll das Kissen höher oder flacher werden, so schneidet man den Streifen fĂŒr die Kissenwand breiter bzw. schmaler zu.

Hat man keine Stoffreste ĂŒbrig, die groß genug fĂŒr die Rhombenschablone sind, kann man auch gleich Dreiecke zuschneiden. Nur die Nahtzugabe entlang der LĂ€ngsachse nicht vergessen! NatĂŒrlich kann man auch die Seitenwand stĂŒckeln, wenn einen die zusĂ€tzlichen NĂ€hte nicht stören.

Wenn man die Sterne einfarbig haben möchte, kann man die Schritte, in denen die einzelnen Rhomben entlang der LĂ€ngsachse zusammengenĂ€ht und dann auseinandergeschnitten werden, natĂŒrlich sparen und gleich die jeweils fĂŒnf Rhomben miteinander zum Stern vernĂ€hen. Die Schablone fĂŒr die Rhomben ist dann einen Zentimeter schmaler, denn die Nahtzugabe entlang der LĂ€ngsachse ist dann natĂŒrlich nicht nötig.

Wer es sich ganz einfach machen möchte, kann auch gleich zwei fertige Sterne zuschneiden. Dann braucht man natĂŒrlich StoffstĂŒcke, die entsprechend groß sind.





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