Das Schnittmuster ist für folgende Maße:
Unterbrustweite 97 cm
Taille 96 cm
Hüfte 120 cm
Wer andere Maße hat (und das dürften so ziemlich alle sein *g*)
muss sich die einzelnen Schnitteile ändern. Wie ihr das macht, erkläre
ich dann zum Schluss.
Ihr braucht:
- ca. 40 cm Lackstoff
- ca. 40 cm Satin oder etwas anderes zum Füttern
- 9 Spiralstäbe und zwar:
4 mal 14 cm
4 mal 18 cm
1 mal 28 cm
- Ösen (Wieviele ihr nehmt, kommt darauf an, wie ihr die Schnürung
haben wollt)
- Kordel zum Schnüren
- einen Teflonfuss oder Backpapier oder etwas, was sich bei euch zum Lacknähen
bewährt hat
- Büroklammern (am besten die bunten)
Also, das Mieder besteht aus acht Teilen.
Macht euch auf jeden Fall Papierschnitte, das ist einfacher, als gleich
auf dem Lack auszumessen. Ganz wichtig: Beschriftet euch die Teile! Makiert
auch, wo oben ist!
Dann wird zugeschnitten. Einmal so und einmal spiegelverkehrt. Und dann
das Ganze nochmal aus dem Futterstoff. Hier werden die "Hinten Mitte"-Teile
jedoch ohne die 4cm Nahtzugabe zugeschnitten.
Als Nahtzugaben empfehle ich für die Seitennähte jeweils 1,5 cm,
oben und unten reichen 0,5 cm. Achtung: Das Teil "Hinten Mitte" hat an der
geraden Seite schon die Nahtzugabe im Schnitt mit drin!
Schneidet genau zu, sonst wird es nachher krumm und schief!
Gut, wenn ihr soweit gekommen seid, orientiert ihr euch an Sodas Anleitung
für das
Jaquard-Korsett. Ihr lasst einfach die Vorderschließe weg,
näht aber sonst genauso.
Wenn ihr jetzt alle Teile zusammen genäht habt, wird hinten die
Schnürung gemacht. Dazu klappt ihr die 4 cm vom Lack nach innen um und
steppt sie stäbchenbreit so ab, dass die Ösen noch eingeknipst werden
können.
So ungefähr:
Jetzt geht es wieder wie beim
Jaquard-Korsett weiter. Und zwar werden die
obere und die untere Kante mit Schrägband eingefasst. Ob ihr das Schrägband
auch aus Lack zuschneidet oder gekauftes aus Satin nehmt, ist euch überlassen.
Mein Mieder ist mit Lack eingefasst, Satinband ist aber definitiv einfacher
zu handhaben!
Der Unterschied zum Jaquard-Korsett ist hier allerdings die Spitze vorne
in der Mitte. Damit das auch wirklich eine Spitze bleibt und nicht irgendwie
rund wird, muss man da ein bißchen tricksen.

Ihr habt also zwei Stücke Schrägband, je ca. 50cm lang für
die Oberkante (bei meinen Maßen, wenn ihr dünner seid, natürlich
entsprechend weniger), die werden an den schmalen Seiten im selben Winkel
wie die Spitze am Vorderteil spitz zugeschnitten und zusammengenäht.
Dabei oben ein Stück der Nahtzugabe offen lassen.
Jetzt werden die Spitzen eingeschitten. Passt dabei auf, dass ihr nicht
in die Naht schneidet!
Jetzt wird das Ganze an der Oberkante des Mieders festgenäht, sodass
der dicke schwarze Punkt (in der Zeichnung, auf dem Stoff ist natürlich
keiner *g*)
genau auf die Naht in der Mitte trifft. Wenn man das Schrägband jetzt
nach innen umklappt und feststeppt, bleibt die Spitze schön spitz!
Nun könnt ihr die Stäbchen in die Tunnel schieben und macht dann
die Unterkante genauso, allerdings mit ensprechend längeren Stücken
Schrägband.
Jetzt weden noch die Ösen eingeknipst und die Kordel eingezogen und
fertig ist das Mieder! *SchweißvonderStirnwisch*
Aber ich wollte ja noch erklären, wie ihr den
Schnitt auf eure Maße
bringt. Ich erkläre jetzt einfach mal, wie ihr das macht, wenn ihr dünner
seid, als ich und das sind ja wohl die meisten *hüstel*
Ihr nehmt also eure Maße, zieht davon soviel ab, wie die Schnürung
offen bleiben soll und subtrahiert diese Maße jeweils von meinen Miedermaßen
(nicht von den Körpermaßen!) Das sind bei der Unterbrustweite 94,2
cm, bei der Taille auch und bei der Hüfte 117,8. Den Wert, der da rauskommt,
teilt ihr durch acht (weil wir acht Teile haben). Das ist das Maß,
um das jedes einzelne Teil verkleinert werden muss. Ein Beispiel?
Angenomen ihr habt eine Unterbrustweite von 87 cm und wollt das Mieder hinten
5 cm offen haben. Das wäre dann 82 cm. Die zieht ihr von den 94,2 cm
ab. Euer Mieder wird also oben 12,2 cm enger als meins. Die 12,2 werden durch
8 geteilt. Das sind 1,525 cm. Also wird bei euch jedes Teil 1,5 cm kleiner
als meins.
Mit dem Taillen- und dem Hüftmaß macht ihr das genauso.
Jetzt zeichnet ihr euch die einzelnen Teile genauso wie hier auf Papier.
Jetzt schneidet ihr alle Teile gerade in der Mitte durch. Es wird nämlich
nicht einfach am Rand abgezogen, sondern in der Mitte, sodass die äußere
Form erhalten bleibt. Die Teile werden jetzt in der Mitte 1,5 cm übereinander
geschoben (oder eben so weit, wie ihr ausgerechnet habt). Wahrscheinlich habt
ihr nicht an allen drei Stellen das gleiche Maß, da müsst ihr
dann halt entsprechend schieben.
Wenn die Teile richtig übereinander liegen, klebt ihr sie am besten
mit einem kleinen Streifen Tesa fest und malt die Kontur auf ein anderes Stück
Papier ab.
Das wird jetzt mit jedem Teil gemacht und voila! Da habt ihr euer Schnittmuster.
Empfehlung:
Als Anfängerstück ist das Taillenmieder ganz sicher nicht geeignet.
Aber man muss auch kein Profi sein. Der
Lack hat natürlich auch seine ganz eigenen Macken, mit anderem Stoff wäre es sicher leichter. Das kniffeligste
ist wohl der Schnitt, wenn man den aber erstmal hat, geht der Rest auch.
Ganz wichtig ist, dass ihr genau arbeitet!
Das Copyright aller Anleitungen und Fotos liegt bei den jeweiligen Autoren. Verwendung der Anleitungen nur für nichtkommerzielle Zwecke gestattet. Keine Weiterverbreitung oder Veröffentlichung der Inhalte ohne ausdrückliche Genehmigung.
Feedback zu dieser Anleitung
Wenn ihr diese Anleitung verwendet habt, dann könnt ihr hier abstimmen wie gut ihr damit zurecht gekommen seid. Bitte verwendet diese Option nur wenn ihr es tatsächlich ausprobiert habt, und nicht um zu sagen welche Ideen euch gut gefallen. Es geht darum, die Qualität der Anleitungen zu sichern und nicht die beliebteste Klamotte zu küren.
Ihr könnt nach der Abstimmung einen kurzen Kommentar hinterlassen und schreiben wo ihr Probleme hattet, was ihr geändert habt oder ähnliches. Stellt dort keine Fragen, die können nicht beantwortet werden und sollten an den Autor der Anleitung gerichtet werden.
Zurück zur Kategorie
Zurück zur Klamottenübersicht
Zurück zu N&S