Morticias Freizeit-Look
Schmuseweiches langes Kleid aus kuscheliger Sweatshirt-Baumwolle. Mit überlangen Ärmeln und U-Bootausschnitt, unten beidseitig geschlitzt. Außennähte und Säume in weiß. Vorne Dürer-Motiv und im Nacken "Natron & Soda"-Schriftzug. Ideal für depressive Tage und Kuschelanfälle :-)
Auch sehr süß in kurz mit Katzenmotiv (siehe
Fotos)!
Material
- 2 m schwarzen Sweatshirtstoff (den gleichen wie beim Rattenpulli, also son Zeug woraus Kapuzenpullis gemacht sind), liegt 150 cm breit
- weißes Garn (ja, heute nähen wir mal in weiß!)
- weiße Stoffmalfarbe die sich beim Bügeln aufplustert, gibts in Tuben, läuft bei Natron und mir unter dem Namen "Sticken aus der Tube" (so hieß das früher mal) bzw. schlicht "Sticken ADT" :)
Preis
- Ein Meter Sweatshirtstoff kostet 10.50 Euro (Hilfe! Mein Rechner hat keine Euro-Taste!), macht also für 2 m 21 Euro/ 42 DM
- Sticken a.d.T. kostet pro Tube etwa 5 Euro
- Macht ein Schmusekleid für etwa 25 Euro
Anleitung

Zuerst werden Vorder- und Rückteil zugeschnitten. Diese beiden Teile sind genau gleich, bis auf den Ausschnitt, aber um den kümmern wir uns später. Man schneide also zwei Stoffstücke von ca 60 x 150 cm zu und legt sie aufeinander. Dabei zeigen die kuscheligen Innenseiten nach innen, also zueinander. Jetzt wird das Schnittmuster auf die eine Lage Stoff übertragen, mit Kreide. Ihr wisst ja, daß ihr eure eigenen Maße nehmen sollt. Meine 41 cm sind die Schulterbreite, die 48 cm die Breite an der Brust, 43 cm Taillienbreite und 50 cm Hinternbreite. Ihr müsst hier großzügig mit den Maßen sein, denn das Kleid hat keinen Reißverschluss und muß demnach über den Kopf gezogen werden. Es sitzt also locker. Ist ja auch ein Schmusekleid. Wer es unbedingt eng haben will muss einen Reißverschluss einarbeiten.
Wenn ihr also nun eure Maße auf dem Stoff habt, dann steckt ihr mal die zukünftigen Seitennähte mit Stecknadeln zusammen (deshalb liegen die zwei Lagen Stoff aufeinander, dann muss man nämlich nur einmal aufmalen). Auch die Schulternähte ein kleines Stück (so etwa 5 cm) zusammenstecken, Ärmellöcher natürlich offenlassen. Nun mal anprobieren, vorsichtig. Hier stellt ihr fest ob das Kleid weit genug zum Anziehen ist, wenn es zu eng (oder zu weit) ist, dann korrigiert das. Und wenn das Kleid schonmal angezogen ist, dann macht auch gleich einen kleinen Kreidestrich in Kniehöhe, bis dahin bleibt das Kleid nämlich auf beiden Seiten offen (Seitenschlitze). Wenn die Seitennähte zu eurer Zufriedenheit ausfallen, dann können sie genäht werden. Achtung, beim Schmusekleid sind alle Nähte außenliegende Zickzacknähte! Wir nähen also einfach so wie wir gesteckt haben und schneiden später die überflüssigen Nahtzugaben ab.
Sind die Seitennähte geschlossen (noch nicht die Nahtzugaben abschneiden!), können wir uns an die Schulternähte wagen. Denkt daran, daß das Kleid später einen (ziemlich weiten) U-boot Ausschnitt haben soll, es reicht also vollkommen auf jeder Schulter etwa 5 cm zusammenzunähen.
So, nun müssen wir noch Ärmel machen. Dazu werden zwei Stück Stoff mit den Maßen 50 x 70 cm (jeweils) zugeschnitten. Diese Teile der Länge nach falten (so daß sie 25 x 70 cm groß sind) und in die Ärmellöcher stecken. Dabei zuerst den Knick im Ärmel direkt an die Schulternaht stecken und von dort aus den Ärmel an das Vorder- und Hinterteil des Kleides stecken. Hier müssen alle Nahtzugaben nach außen zeigen. Wenn der Ärmel angesteckt ist, unbedingt noch mal anprobieren, es kann nämlich sein, daß das Ärmelloch nicht groß genug ist und man den Arm nicht nach unten hängen lassen kann. Sollte das der Fall sein müßt ihr ein Stück der Seitennaht auftrennen und den Ärmel neu anstecken. Ist alles in Ordnung wird der Ärmel angenäht. Hierbei: Geduld! Und aufpaßen, daß ihr auch wirklich nur zwei Lagen Stoff zusammennäht.

Wenn beide Ärmel dran sind, werden sie zugenäht. Dazu erstmal das Kleid ausbreiten und die Ärmelnaht stecken. Nun nochmal anprobieren und den Ärmel eventuell enger machen (denkt aber dran, daß man den Arm auch noch anwinkeln können muß!). Schließlich die Ärmelnähte schließen. Danach die Länge der Ärmel bestimmen (anziehen) und dort eine Zickzacknaht machen, den überflüssigen Stoff noch nicht abschneiden.
Als nächstes wird der Auschnitt gemacht. Dazu Kleid anziehen und vor dem Spiegel mit Kreide markieren, wie tief der Ausschnitt vorne und hinten werden soll. Macht ihn nicht zu tief sondern eher flach, aber ihr wißt ja selber wie ein U-boot Ausschnitt aussieht. Kleid wieder ausziehen und den Ausschnitt ordentlich aufmalen. Jetzt entlang der gemalten Linie eine Zickzacknaht machen. Nicht vorher den Ausschnitt rausschneiden! Wenn man entlang einer Stoffkante eine Zickzacknaht macht, dann passiert es ganz schnell, daß sich der Stoff wellt und einkräuselt, also immer zuerst Naht machen, dann überflüssigen Stoff abschneiden.
Wenn ihr den Ausschnitt am angezogenen Kleid markiert, dann könnt ihr auch gleich noch markieren wie lang das Kleid werden soll. Jetzt kommen wir nämlich zu den Seitenschlitzen und der unteren Kante des Kleides. Hier wieder das Kleid ausbreiten und mit Kreide die Breite des Kleides bis zur unteren Kante aufmalen, also praktisch die Seitennähte verlängern. Die untere Kante wird auch erstmal aufgemalt, die haben wir ja eben markiert. So, wenn alles aufgemalt ist, entlang der Kreidestriche Zickzacknähte machen.
Jetzt (und nicht früher!) könnt ihr alle Nahtzugaben abschneiden. Eng an der Naht entlang, aber nicht in die Naht schneiden! Laßt lieber mehr Stoff dran, der zerfleddert sich beim Waschen und verschwindet mit der Zeit. Dort wo zwei Lagen Stoff zusammengenäht sind schneidet ihr am besten jede Lage einzeln ab, dann ist die Gefahr in die Naht zu schneiden geringer.
So, fertig ist das Kleid. Jetzt kommt es erstmal in die Waschmaschine. Alleine oder nur mit schwarzer Wäsche (wem sag ich das, ihr HABT ja nur schwarze Sachen...:) waschen, das färbt bestimmt aus. Waschen ist deswegen nötig weil die Stoffmalfarbe nicht hält wenn noch Appretur im Stoff ist. Nachdem das Kleid gewaschen und getrocknet ist wird das Motiv mit Kreide vorgezeichnet, am Besten ihr legt eine große Pappe zwischen Vorder- und Rückteil des Kleides, dann macht sich das besser. Dann mit Sticken a.d.T. nachmalen und trocknen lassen. Zum Schluß bügeln (nach Angabe auf der Tube), aber nicht so doll auf das Bügeleisen drücken, da drückt ihr die aufplusternde Farbe nämlich gleich wieder tot.
Variationen
- Natürlich könnt ihr das Schmusekleid auch aus anderem Stoff nähen, zum Beispiel aus T-shirt Stoff. Bei anderen Stoff ist es aber vielleicht nicht mehr schmusig, und die Nahte müssen eventuell auch ordentlich nach innen gesäumt werden. Denkt auch daran, daß der Stoff hier elastisch ist! Wer unelastischen Stoff nimmt muß anders messen und eventuell einen Reißverschluss einplanen.
- Anstatt dem "dü blibst" Motiv kann man natürlich draufmalen was man will. Oder ihr appliziert was.
- Wer nicht ganz so schlampig wie Soda ist, kann die Nähte auch ordentlich nach innen machen und die Kanten richtig versäumen.
- Das Schmüsekleid kann auch als kurzes Kleid genäht werden, das ist bestimmt süß!
- Oder ihr macht ein Schmuse-Bondagekleid (häh?), dazu werden Ringe (wie beim Cherub-Bondageshirt) angenäht und zwei Riemen gebastelt. Sowas wollte Natron haben und da hat Soda ihr ein Schmüsekleid mit schwarzen Außennähten und zwei Bondageriemen zum Geburtstag geschenkt! Und Natron liebt das Kleid sehr :).
- Kurze Variante: aus Polojersey (T-shirtstoff), mit aufgemalter Katze und hunderten von aufgenähten Pailetten!
Empfehlung
Das Schmusekleid ist supereinfach. Das einzige was eventuell Nerven kostet sind die Ärmel, aber das ist auch eine Sache der Erfahrung. Wer schonmal was mit Ärmeln genäht hat kann das Schmüsekleid auf jeden Fall nähen. Für alle anderen eignet es sich um das erste Mal etwas mit Ärmeln zu nähen. Nur Mut, zum Dank kuschelt es auch ganz doll!
Musiktipp
Soda empfiehlt was ruhiges, melodisches... hm, mir fällt leider keine Band ein... NATRON! EMPFEHL WAS!
-- Zu Befehl! Natron empfiehlt: Wolfsheim, die Dreadful Shadows, Scream Silence oder Zeraphine. Naja, trifft vielleicht nicht unbedingt Sodas Vorstellungen aber passt zum Kleid. Basta! :-)
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