Ready Made



Hier gibt es Anleitungen für Klamotten an denen man nichts wirklich nähen muß. Wir haben fertig gekaufte Kleidungsstücke umgearbeitet und teilweise was ganz anderes draus gemacht. Dafür muß man keine großen Kenntnisse in Sachen Schnitttechnik haben und braucht manchmal noch nicht einmal eine Nähmaschine. Was dabei rauskommt ist trotzdem tragbar, manchmal ein wenig Punk, aber immer individuell und vor allem selber gemacht.
Alles in allem sind die Ready Mades schnell und einfach herzustellen und eigenen sich daher hervorragend für alle die erst anfangen ihre eigenen Klamotten zu schneidern oder einfach nicht so einen Aufwand treiben wollen.


Ihr könnt die Anleitungen nach Ausgangsmaterial und/oder Endprodukt filtern und anzeigen lassen:
Aus
Ausgangsmaterial
sollEndprodukt
werden




Alle Anleitungen für Ausgangsmaterial Hemd :

Bluse mit Stempeldruck und Puffärmeln
Mittelalterbluse
Hemd wird Tunika
Hemd wird Rock


Bluse mit Stempeldruck und Puffärmeln

Von Soda

Hier lernen wir nicht nur das Umarbeiten eines Hemdes sondern erwerben auch unabhängig davon zu verwendendes Wissen über Puffärmel und das Anfertigen und Verwenden eines Stempels aus Moosgummi!

Aber Achtung, dies ist vermutlich die einzige Readymade Anleitung die aufgrund ihres Fachchinesisch und der aufwändigen Arbeitsweise nicht für Anfänger geeignet ist!


Man braucht:
-Ein (altes) Hemd in einer hellen Farbe, auf dunkel druckt es sich schlechter, am besten eins was zu groĂź ist, das kann man dann wunderbar auf Figur bringen
-Gummilitze, farblich passend
-Moosgummi Reste (je dicker das Moosgummi umso besser), Sekundenkleber, einen Rest sehr feste Pappe
-Stoffmalfarbe in schwarz und rot (ich habe Marabou Textil Stoffmal- und Druckfarbe verwendet), Wellpappe

So geht's:
Erstmal sollte man das Hemd probeanziehen um zu schauen wie viel es nun wirklich zu groĂź ist. Bei meinem Hemd war nicht nur alles zu weit sondern auch die Schulterpartie so viel zu breit, dass die Ă„rmel dringend nach innen versetzt werden mussten.
Also habe ich dann erst mal die Seitennähte weggeschnitten (geht fixer als auftrennen) und auch die Ärmelnähte entfernt. Dann habe ich die Brusttasche abgetrennt (weil sie sich sonst mit dem senkrechten Abnäher ins Gehege gekommen wäre), die Ärmel der Länge nach aufgeschnitten und alles gebügelt.
Dann geht's nämlich erst mal ans Bedrucken. Damit das am Ende wenigstens ansatzweise so aussieht als wenn der Stoff schon vor dem Nähen bedruckt war macht man das vor dem Ändern des Hemdes. Zum Drucken braucht man aber erst mal den Stempel. Und so verzettelte sich die Anleitung...;) Also dann halt erst mal der Stempel. Dazu braucht ihr erst mal ein Motiv. Das müssen ja nicht unbedingt Kirschen sein. Aber was einfaches, man kann den Stempel nicht so filigran machen. Sterne wäre süß. Oder Herzchen, Fledermäuse, Spinnen, Geister, Kreise, Kreuze, Totenköpfe, Blumen... Was auch immer. Gerne zweifarbig, aber machts nicht zu aufwändig.

Stempel Okay, schon wieder abgeschweift. Das Motiv. Das malt ihr erst mal auf, wenn es euch gefällt dann übertragt ihr es auf das Moosgummi (schon deshalb sollte es nicht so kompliziert sein!) und schneidest es mit Schere oder Cutter aus. Dabei bitte drauf achten, dass die Konturen sauber werden. Dann nehmt ihr möglichst feste Pappe. Meine ist etwa 4 mm dick, die geht gut. Nichts zu flimsiges, das druckt sich doof. Auf die Pappe klebt ihr das Moosgummimotiv, dazu der Sekundenkleber (Und Vorsicht! Der klebt echt alles zusammen, auch eure Finger!). Wenn es aus mehreren Teilen besteht (wie bei mir) dann seht zu, dass die Teile wieder richtig angeordnet werden. So, eigentlich ist der Stempel dann fertig. Man könnte nun die Pappe (nicht das Moosgummi!) noch mit wasserfestem Lack bemalen, dann kann man den Stempel später leichter saubermachen und er hält länger. Dann ist der Stempel also fertig. Da malt ihr jetzt die Stoffmalfarben mit dem Pinsel (für jede Farbe einen Pinsel) drauf und druckt das probehalber mal auf einen Stoffrest. Da könnt ihr ausprobieren wie viel Farbe ihr draufmalen müsst. Und dann könnt ihr auch schon das Hemd bedrucken. Legt da am besten ein Stück Wellpappe oder so was drunter, dann saut es nicht durch. Ich habe meine Kirschen so angeordnet, dass immer eine Reihe grade gedruckter Kirschen war, die nächste Reihe war dann praktisch über den Zwischenräumen der graden Kirschen und bestand immer abwechselnd aus einer nach links und einer nach rechts gedrehten Kirsche. Das bleibt aber jedem selbst überlassen. Schön wäre auch die Motive so anzuordnen dass sie sich von einer Stelle über das ganze Hemd verteilen.
Wenn ihr mit den Stempeln an die Knopfleiste, die Schulterpasse oder irgendwelche anderen angesetzten Stoffteile kommt dann legt ĂĽber das Teil, dass ihr nicht bedrucken wollt ein StĂĽck Papier. So sieht es aus als wenn die Motive unter dem Stoff weitergehen bzw angeschnitten sind. Also Vorderteile, RĂĽckenteil, Schulterpasse, Knopfleiste, die abgetrennten Ă„rmel, die Brusttasche und den Kragen bedrucken. Beim Kragen hab ich nur den von auĂźen sichtbaren Umschlag bedruckt.

Wenn das also alles getan und getrocknet ist wird es per Bügeleisen fixiert. Das steht auch auf den Gläschen mit der Farbe drauf.

Dann wird das Hemd auf Figur gebracht. Ich habe hinten und vorne jeweils zwei senkrechte Abnäher gemacht, was dann vorne noch an Mehrweite war und ein waagerechter Brustabnäher hätte werden können wurde von mir mit drei kleinen Falten am Armausschnitt eingehalten. Diese ganzen Abnäher und die neuen Seitennähte machen sich natürlich am allerbesten an einer Schneiderpuppe. Wer keine hat sollte sich auf jeden Fall von einer Freundin helfen lassen.

Bei den Seitennähten achtet darauf, dass der Armausschnitt nicht zu groß wird. Je nachdem wie groß das Hemd war ist da nämlich ziemlich viel rausgeschnitten. Notfalls müsst ihr die Seitennaht etwas verschieben, wo halt mehr Stoff ist.

Falten Wenn ihr also Seitennähte und Abnäher habt könnt ihr euch an die Ärmel machen. Die habe ich erst mal so zugeschnitten, dass die Ärmelkugel steiler verlief. Dadurch gewinnt man mehr Ärmelumfang und kann dann gleich was für den puffigen Effekt in Falten legen. Ich mache das immer so, dass ich in der Mitte des ausgebreiteten Ärmels drei bis fünf sekrechte Falten einlege. Die stecke ich erst mal nur fest, das näht man dann beim Einnähen des Ärmelns fest.

Dann also den Ärmelausschnitt am Hemd festlegen und die Ärmel einnähen. Wie das geht habe ich schon mal beim Military Shirt erklärt. Das einzige was hier anders ist, ist das Säumen der Ärmel. Da kommt ein Gummizug dran. Sonst hat man nämlich nichts vom puffärmeligen Effekt.

Gummi Also die Ärmel auf die gewünschte Länge plus 1 cm Nahtzugabe abschneiden. Dann die Nahtzugabe nach innen umbügeln. Jetzt legt ihr die Gummilitze um den Oberarm um die benötigte Länge abzumessen. Es soll ja nicht schlabbern und auch nicht einschneiden. Wenn ihr das Stück Gummilitze habt dann näht ihr ein Ende innen an den Saum vom Ärmel an. Jetzt wird die Gummilitze gedeht bis sie die Länge des Ärmelumfangs hat und so gedehnt wie sie ist innen an den Ärmel genäht. Dazu einen Zickzackstich verwenden. Am besten geht das wenn ihr erst mal ein Viertel der Gummilitze auf ein Viertel des Ärmels dehnt und annäht und dann immer so weiter.

Fehlt nur noch der untere Saum am Hemd und die Brusttasche. Der Saum ist einfach, abschneiden und doppelt umgeschlagen festnähen. Die Brusttasche wird auch einfach wieder aufgenäht, aber halt etwas höher als vorher, ihr sehr schon wo der Abnäher da endet.

Das wars dann auch schon. Nicht ganz einfach. Vielleicht helfen euch ja auch die Fotos weiter.


Vorne Hinten Detail


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Mittelalterbluse

Von Esther

Vor einiger Zeit hat Papa mal wieder alte Hemden ausgemustert. Hauptsächlich deshalb, weil Kragen oder Ärmel schon etwas abgenutzt waren. Weil ich fand, dass es doch schade um die Hemden ist, hab ich mir einfach die schönsten genommen. Da lagen sie also in meinem Kasten. Bis vor ein paar Tagen, als ich sie wieder fand und eine neue Bestimmung für eines davon hatte: Eine Mittelalterbluse!

Ihr braucht: Preis:
Ich hatte alles zu Hause, daher hab ich eigentlich nichts gezahlt, wenn ihr Garn und Gummi braucht kommt das vielleicht auf ein paar Euro. Viel ist es jedenfalls nicht ;)

Anleitung:
1. Zuerst schneidet ihr die Knopfleiste vorne weg. Dann schneidet ihr den Kragen des Hemdes weg, am besten in einem Bogen von der einen Schulter bis zur anderen (jeweils bis zum Ärmelansatz). Danach entfernt ihr auch die verstärkten Stellen vorne bei den Ärmeln. Näht nun mit Zick-Zack überall dort, wo ihr etwas abgeschnitten habt, damit der Stoff dann nicht ausfranst.

2. Näht das Hemd jetzt vorne (dort wo einmal die Knopfleiste war) zusammen. Am besten ihr zieht es nun einmal kurz an um zu sehen, wie es passt. Das Loch wo einmal der Kragen war sollte so groß sein, dass es an beiden Schultern locker runterrutscht. Nun macht ihr beim Ausschnitt und bei den Ärmeln einen Tunnel wo danach der Gummi durchpassen soll (nicht vergessen einen kleinen Spalt frei zu lassen, damit ihr den Gummi einziehen könnt). Wenn das gemacht ist, könnt ihr euch um den Gummi kümmern. Am besten ihr wickelt ihn einmal um die Schulter (dort wo der Ausschnitt der Bluse dann sein sollte) und nehmt ein paar cm weg (Achtung, nicht zu viel - es soll danach noch immer angenehm zu tragen sein, kürzen kann man den im Notfall noch immer) und zieht ihn in den Tunnel ein (eine große Sicherheitsnadel kann da behilflich sein). Nun näht die Enden des Gummis zusammen. Macht dasselbe auch bei den Ärmeln.

3. Probiert die neue Bluse nun an und schaut wie sie passt. Nach Bedarf kann sie jetzt noch gekürzt werden. Einfach an der gewünschten Stelle abschneiden, mit Zick-Zack-Stich an den Kanten nähen und danach einmal umklappen und annähen.

Und schon habt ihr sie, die neue Mittelalterbluse ;)

Empfehlung:
Die Ready-Made Mittelalterbluse ist meiner Meinung nach voll anfängertauglich. Wenn nicht grad die Nähmaschine zickt (hat sie bei mir gemacht :p) geht das auch wenn man noch nicht so viel Ahnung vom Nähen hat relativ schnell! Da die Bluse aber doch recht weit ist, empfehle ich ein Mieder oder einen Gürtel darüber zu tragen.




Weitere Fotos dazu:

Von Dewina:
"Endlich habe ich es mal geschafft Fotos zu meiner Lieblingsanleitung hochzuladen. Ich habe diese Blusen mittlerweile in allen Farben und Größen, mal mit und mal ohne Rüschen genäht. Sowohl für den Alltag, als auch für Mittelaltermärkte sehr praktisch. "



Von Kiara:
"Lieblings-Mittelalterbluse! Kombiniert mit dem Seductress Taillenmieder der Knaller. Beim nächsten Hemden-Recycling wird in der Länge etwas gekürzt."



Von Rörg:



Von Magdalia:
"leider ein bisschen kurz geraten aber insgesamt gut gelungen :D den rock mal ignorieren, passt nicht wirklich"



Von Seyrah:



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Hemd wird Tunika

Von Natron

So sieht das Endprodukt aus:



Tunika AnleitungMan braucht: Ein großes Herrenhemd. Die Länge sollte etwa der gewünschten Tunika-Länge (oder mehr) entsprechen. Lange Ärmel sind nur für die Rüschenkanten nötig, wenn man darauf verzichtet tuts auch ein kurzärmliges Hemd.

Tunika AnleitungZuerst trennt man die Ă„rmel raus und die Taschen ab. Die Ă„rmel kann man bei sehr groĂźen Hemden auch abschneiden, aber mit Trennen ist man auf der sicheren Seite. Taschen und Ă„rmel nicht kaputt machen und nicht wegschmeiĂźen, die brauchen wir noch.

Tunika AnleitungDann das Hemd anziehen und eine Markierung in Unterbrusthöhe machen. Das sind (bei mir) etwa 35 cm von der Schulter gemessen. Messt hinten und vorne und schneidet das Hemd in der Höhe durch. Im oberen Teil trennt ihr zusätzlich noch die Seitennähte auf.

Tunika AnleitungAm unteren Teil kommt jetzt die Knopfleiste an die Reihe. Die Knöpfe schneidet man ab und legt dann den Teil an dem sie dran waren (der normalerweise unten liegt) über den Teil mit den Knopflöchern. Mit einer oder zwei Nähten entlang der Kanten der Knopfleiste festnähen. Damit ist die Knopfleiste zugenäht und fällt (hoffentlich) nicht weiter auf.

Tunika AnleitungDas obere Teil zieht ihr jetzt mal (auf links gedreht) über oder steckt es auf die Puppe. Achtet darauf, dass die Knopfleiste geschlossen ist (mit Stecknadeln fixieren) und dass vorne und hinten die Mitte mittig ist. Lasst euch ggf helfen und steckt die Seitennähte neu, so dass das Teil die richtige Weite bekommt und die eventuell zu großen Armlöcher eine annehmbare Größe bekommen. Jetzt ist vermutlich unterhalb der Brust noch zu viel Stoff. Steckt dort (wo die Taschen waren) je einen senkrechten Abnäher. Der muss nicht besonders hübsch werden, da kommen später wieder Taschen drauf. Wenn alles passt näht ihr die Seiten und die Abnäher zu. (Meine Abnäher sind auf dem Foto noch nicht fertig).

Tunika AnleitungAm unteren Teil wird die zusätzliche Weite jetzt in Falten gelegt, das macht sich gut wenn man dabei schon unteres und oberes Teil zusammensteckt. Also zuerst die Seitennähte aufeinanderstecken und die vordere und hintere Mitte. Dann die Mehrweite des unteren Teils in gleichmäßige Falten legen. Wer will kann natürlich statt Falten auch Kräuseln. Bei mir haben je eine tiefe Falte links und rechts von der hinteren Mitte und vorne je zwei pro Seite gut funktioniert, aber das ist ganz eurem Geschmack überlassen.

Tunika AnleitungAnprobieren, ggf Falten korrigieren (manche machen mehr optisch schwanger als andere) und wenn alles passt die beiden Teile zusammen nähen. Die Nahtzugabe kurz schneiden und versäubern. Wer will kann sie (nach oben oder unten) umklappen und nochmal von außen absteppen.

Tunika AnleitungDie Taschen von den Nahtresten befreien (die kleinen Fadenreste verfangen sich gerne in der Nähmaschine und machen Ärger) und neu platzieren. Bei mir sind sie etwas tiefer als ursprünglich und die untere Kante sitzt ein Mü unterhalb der waagerechten Naht. Wenn beide gleich ausgerichtet sind und die Platzierung in einer Anprobe überprüft wurde, festnähen.

Tunika AnleitungDie Armausschnitte ggf zurechtschneiden und kürzen. Es gibt ja keine Ärmel im eigentlichen Sinne und die "Miniärmel" werden von der Schulterweite gebildet. Bei mir sind es zum Vergleich etwa 60 cm von einem Ärmelsaum zum anderen über die Schulter gemessen. Wenn es Not tut kann man jetzt auch noch kleine schräge Abnäher machen die im unteren Bereich des Armausschnitts enden.
Für die Ärmelsäume schneidet ihr aus den abgetrennten Ärmel Besatzstreifen zurecht. Das sind einfach Stoffstreifen in der Länge des Ärmelsaums (plus 2 cm Zugabe) und etwa 3 bis 4 cm Breite. Die Ärmelsäume sind bei dieser Methode ziemlich gerade, deswegen müssen die Streifen nicht schräg zugeschnitten werden. Wer aus seinen Ärmeln keine Streifen rauskriegt kann Schrägband oder einen anderen Stoff verwenden.

Die Streifen werden zuerst entlang einer langen Kante versäubert (zB einmal umfalten und mit Zickzackstich drübernähen) und dann mit der anderen Kante rechts auf rechts auf den Ärmelsaum genäht. Nahtzugabe kurz schneiden und versäubern. Dann faltet ihr den Streifen nach innen um und näht die kurzen Kanten eingeschlagen von Hand fest. Entlang der Saumkante wird der Besatz noch von außen abgesteppt und an der Schulter und ggf weiteren Punkten von Hand angenäht damit er nicht raushängen kann.

Wer solche Minirüschen haben möchte wie ich sie an meine Ärmelsäume gemacht habe braucht zusatzlich noch zwei Streifen wie beschreiben aber mit der doppelten Länge. Die faltet ihr einmal der Länge nach (rechte Seite außen ) und legt sie in ganz kleine Falten. Die fertige Länge dieser Faltenstreifen sollte die Länge der Armausschnitte sein. Näht die Falten entlang der offenen Kante provisorisch fest und näht den Streifen auf den Ärmelsaum (offenen Kante Richtung Saum) bevor ihr den Besatz feststeckt. Dann wie beschrieben fortfahren. Diese Rüschchen kann man auch gut aus einem anderen Stoff oder Band machen wenn man nicht genug Ärmel dafür übrig hat.

Und weil der Saum ja schon vom Hemd erledigt wurde ist die Tunika jetzt fertig! Aus den Stoffresten könnt ihr... Haarschleifen basteln ;)



Weitere Fotos dazu:

Von Rörg:



Von Varda:
"eine Spende meines Opas sinnvoll geändert. Ich habe jeweils 2 große Falten hinten und Vorne eingenäht und einen Druckknopf angebracht am Kragen"



Von Schlafschaf:
"Das Hemd ist ein aussortiertes Exemplar meines Freundes. Im Wesentlichen habe ich mich an die Anleitung gehalten- nur als es darum ging, Ober- und Unterteil zusammenzunähen, habe ich mich dafür entschieden, den Stoff vor dem Annähen mittels eines Gummibandes zu raffen, um ihn einigermaßen auf die gleiche Länge zu bringen, die auch die Unterkante des Oberteils hat. Auch die "Ex- Knopfleiste" habe ich nicht verdeckt. Fazit: Ich hatte viel Spaß beim Nähen- tolle Anleitung!"



Von Nuru87:
"Mein erster Versuch"



Von pfhannajo:
"Das Hemd war eine liebe Spende von meinem Papa ;)"



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Hemd wird Rock

Von Natron

Bei diesem Ready Made verwandeln wir ein Herrenhemd in einen Mädchenrock. Der Trick dabei ist, dass die Rockvorderseite aus den Ärmeln gemacht wird und die Manschetten den Bund bilden.

Vorne Hinten

Ein schönes Detail sind dabei die Ärmelschlitze die gleichzeitig als Verschluss dienen.
Detail

Und so gehts:

HemdrockMaterial:
Zuerst brauchen wir wieder ein Hemd. Das muss in diesem Fall natürlich langärmlig sein, klar. Dann brauchen wir noch ein einfaches Schnittmuster für einen kurzen Rock, das wir aus Grundlage verwenden. Ihr könnt eins nehmen was ihr erprobt habt, den Minirockschnitt von Burda runterladen oder euch nach Lilianas Anleitung einen Schnitt für eure Maße erstellen. Wichtig ist, dass der Schnitt aus nur einem Vorder- und einem Rückenteil besteht und keinen extra Bund hat, denn den erstellen wir später aus dem Schnitt.

HemdrockSchritt 1:
Der spätere Rock wird maximal 40/45cm lang werden, länger nicht weil die Ärmel nicht mehr Weite dafür hergeben (es sei denn ihr habt ein sehr großes Hemd mit sehr weiten Ärmeln). Trotzdem schneiden wir die Ärmel noch nicht auf dieser Länge ab sondern großzügig, wenn nicht sogar direkt an der Ärmelnaht. Den Saum kürzen wir dann später. Es kann bei gemusterten Stoffen durchaus mal vorkommen, dass das Muster auf beiden Ärmeln verschieden hoch angesetzt ist und das lässt sich nur korrigieren wenn man genug Länge zur Verfügung hat (dazu im nächsten Punkt mehr).

HemdrockSchritt 2:
Dann schneiden wir an den Ärmelstücken die Naht auf. Dazu muss man die Manschette durchschneiden, das ist richtig. Deswegen braucht man hier auch nicht vorsichtig zu trennen sondern kann die Naht knapp abschneiden. Im Zweifel schneidet auf der längeren Seite der Manschette, die kürzere Seite braucht eher Zugaben. Man erhält zwei Stoffstücke mit Manschettenteilen dran. Jetzt sieht man auch ob das Muster übereinstimmt. Wenn ja, toll, dann könnt ihr die Länge schon grob zurechtkürzen.

Wenn nicht, dann kann man das wie folgt korrigieren: Trennt auf einer Seite zerstörungsfrei beide Manschettenteile und den Besatz des Schlitzes (oder Belegstreifen oder ähnliches) ab. Merkt euch dabei genau wie der Schlitz gearbeitet ist, das muss gleich wieder angenäht werden! Schneidet die jetzt offenen Oberkante des Ärmels so zurecht, dass das Muster mit dem anderen Ärmel zusammenpasst. Verlängert den Schlitz entsprechend und verarbeitet ihn mit dem abgetrennten Besatz wie vorher. Näht dann den kurzen Teil der Manschette wieder an (Stoff dazwischen schieben und zunähen sollte reichen, je nach dem wie viel Schaden ihr beim Abtrrennen angerichtet habt). Es ist hier sinnvoll kurz mal zu Schritt 4 zu springen und den Exkurs über Schlitzbelege anzusehen, nur für den Fall dass ihr sowas machen wollt.

Dann können die Teile auf etwa die spätere Länge gekürzt werden.

HemdrockSchritt 3:
Jetzt kommt der Schnitt ins Spiel. Aus dem Vorderteil erstellen wir jetzt einen Schnitt für das Bundmittelteil. Das geht so: Wir messen die Höhe der Manschetten aus (üblicherweise so um die 5/6cm). Das ist die Höhe des Bunds. Nehmt das Vorderteil eures Schnitts und klebt die Abnäher zu, die brauchen wir gerade mal nicht. Dann zeichnet ihr eine Linie mit dem Abstand der eben ausgemessenen Bundhöhe entlang der Oberkante. Dort schneidet ihr den Schnitt durch. Jetzt haben wir einen Bund und ein Rockteil. Das Rockteil kann weg, das brauchen wir nicht mehr. Auf den Bund kommt es an.

Den Bundschnitt legen wir jetzt so auf die (zugeknöpfte!) Manschette, dass die Seitennaht des Schnitts an der Kante des kurzen Manschettenstücks liegt. (Wenn dabei die Mitte des Schnitts über das andere Manschettenende hinausragt verzweifelt nicht, ein wenig Weite kann man noch rausholen indem man die Falten die in den meisten Ärmeln eingearbeitet sind rauslässt. Dazu weiter unten.) An der Seitenkante müssen wir etwas Nahtzugabe einplanen, also lasst ein wenig Abstand zur Stoffkante. Dann markiert ihr zwei Stellen: Auf den Schnitt, wo das längere Manschettenteil beginnt oder etwas daneben Richtung Seite, dann überlappen die Teile später mehr (siehe linker Pfeil auf der Zeichnung unten links). Und auf dem Ärmel markiert ihr wo der Stoffbruch (die Mitte) des Schnitts anstößt (rechter Pfeil). Den Schnitt schneiden wir an der ersten Markierung wieder durch, so dass wir ein längeres und ein kürzeres Schnitteil haben. Das kürze kommt weg. Das längere ist der Schnitt für das neue Bundmittelteil. Wer will kann die äußere obere Ecke noch etwas abrunden, das sieht hübsch aus und passt zu den meist auch abgerundeten Manschetten ganz gut. Man kann es auch spitz zuschneiden oder einfach eckig lassen.

HemdrockSchritt 4:
Die längeren Teile der Manschetten trennen wir jetzt ab, die brauchen wir auch nicht mehr. Übertragt vorher die Markierung für die Mitte auf den Ärmel! An dieser Stelle nähen wir nämlich jetzt die beiden Ärmelteile zusammen. Versucht diese Naht möglichst unauffällig zu gestalten, wenn ihr Karomuster verwendet achtet darauf, dass die Linien nicht unterbrochen werden. Nahtzugaben versäubern, zu einer Seite umfalten und ggf noch mal von außen absteppen. Die in Falten gelegte Mehrweite könnt ihr jetzt rauslassen (falls die Weite sonst nicht reicht) oder die Falten drinlassen und provisorisch zuheften.

Wer ein Hemd ohne Schlitzbesatz hat kann jetzt einen improvisieren. Das ist hübscher und macht sich später mit den Knopflöchern besser.
---[ Exkurs Schlitzbesatz ]------------
Mein zweites Hemd hatte keinen Besatz am Schlitz sondern nur Einfassband. Zum Vergleich:

Hemdrock

Wie improvisiert man sowas? Gar nicht so kompliziert.
Messt erst mal die Länge des Schlitzes (ohne Manschette) aus, die brauchen wir später noch. Bei mir waren das 10 cm.
Dann trennt ihr das Einfassband an der oberen Seite ab (die Seite die "oben" auf der anderen liegt wenn der Schlitz geschlossen ist, das ist auch die Seite an der wir gerade die Manschette abgetrennt haben). Das Band nur bis zum "Knick" abtrennen, auf der anderen Seite brauchen wir das noch! (Siehe schwarze Markierung)

Hemdrock

Der ergibt dann folgendes:

Hemdrock

Aus einem Reststück (oder der abgetrennten Manschette) schneidet man dann einen Besatz zu. Zu den Maßen auf der Zeichnung kommen noch überall Nahtzugaben. Eine Hälfte wird mit Einlage verstärkt, an der Mittellinie wird der Besatz gefaltet und alle Kanten (bis auf die obere) werden nach innen umgebügelt. Das sieht dann so aus wie links.

Hemdrock

Den Besatz legt ihr so um die offene Kante, dass das untere Ende des Schlitzes komplett vom Besatz umschlossen wird. Die blaue Linie in der Zeichnung zeigt die Lage der Kanten im Besatz an, zur Verdeutlichung. Wenn ihr den Besatz positioniert habt wird er erst mit Stecknadeln fixiert und dann festgeheftet, das macht da Annähen einfacher und verhindert ein Verrutschen. Zum Annähen folgt ihr der schwarzen Markierung, einmal entlang der Kante nach unten, unten um die schrägen Kanten herum und in etwa 2 cm Abstand nochmal quer. Damit ist der Schlitz unten zugenäht, es kann nichts mehr ausfransen und ihr habt genug Platz für Knopflöcher.

Hemdrock

So sieht der fertige Schlitz dann von innen und auĂźen aus:

Hemdrock

Der Schlitzbesatz macht das Mittelteil unter Umständen minimal breiter (je nach dem wie ihr mit der Nahtzugabe umgeht), also messt lieber noch mal nach und korrigiert euren Schnitt für das Bundmittelteil entsprechend. Dadurch, dass der Bund überlappt kann man das später mit der Positionierung der Knopflöcher gut augleichen.

Ich gebe auch zu, das ist etwas fummelig, insofern empfehle ich Nähanfängern auf jeden Fall, lieber die originale Verarbeitung beizubehalten.
---[ Exkurs Ende ]--------------------

Mit den Schnitt für das Bundmittelteil schneiden wir dann zwei identische Teile zu (achtet auf den Stoffbruch). Dafür kann man die Vorderteile des Hemds verwenden. Wenn das Hemd nicht genug Stoff hergibt kann man das Teil für innen auch aus einem anderen Stoff zuschneiden (ein glatter Baumwollstoff bietet sich an). Schön sieht es aus wenn man den Stoff schräg (45°) verwendet, gerade Karos und Linien wirken dann später nicht so "schief". Aber ihr könnt auch mit dem Fadenlauf zuschneiden. Eins der beiden Teile (das innere) wird mit Bügeleinlage verstärkt, damit der neue Bund genauso stabil ist wie die Manschetten. Trick: Bei der Einlage die Nahtzugabe an der Unterkante abschneiden, so hat man später eine gute Markierung wo der Stoff umgeschlagen werden muss.

Schritt 5:
Das Bundteil ohne Einlage nähen wir jetzt rechts auf rechts auf den Rockteil (schwarze Linie). Dabei die jeweiligen Mitten aufeinander passen.

Hemdrock

Nahtzugabe kurz schneiden, versäubern und Richtung Bund bügeln/falten.

Dann nehmen wir das Teil mit Einlage und nähen es rechts auf rechts auf das andere Bundteil, dabei aufpassen, dass wirklich nur die Bundteile zusammengenäht werden und die Naht genau an der Naht Bund/Rock beginnt und endet (siehe Pfeil)! Nahtzugaben kürzen, ggf an den Ecken ein- oder abschneiden und den Bund wenden.

Hemdrock

Auf der Innenseite die Nahtzugabe an der Unterkante nach innen umfalten (jetzt kann man sich gut an der Kante der Einlage orientieren). Diese Kante wird von auĂźen im Nahtschatten abgesteppt, dazu zuerst mal heften (das ist eine der wenigen Stellen an denen man ohne Heften wirklich nicht auskommt, also macht es bitte). Dabei kann man die Kante gut so zurechtzupfen, dass sie wirklich nur eine Winzigkeit ĂĽber der Naht herausragt.

Hemdrock

Dann von außen in der Kerbe der Naht entlangnähen, so ist die Naht kaum zu sehen und die untere Kante ist gesichert. Danach das ganze Bundmittelteil entlang der Kante mit etwa 7mm Abstand absteppen.

Die kurzen seitlichen Bundteile werden vermutlich von Hause aus ähnlich abgesteppt sein. Da wir diese Nähte aber später sowieso noch mal machen entfernt ihr jetzt diese Ziernähte auf den kurzen Teilen. Passt auf, dass die Manschetten dabei nicht abgehen, je nach dem wie aufwändig das Hemd genäht ist kann das passieren. Wenn sie abgehen, trennt sie komplett ab und auf und näht sie wie eben beschrieben wieder an (nur ohne sie zum Schluss von außen abzusteppen).

HemdrockSchritt 6:
Die Rückseite ist einfacher. Wieder nehmen wir das Schnittmuster, diesmal das für die Rückseite natürlich. Die Abnäher werden wieder zugeklebt und wir zeichnen wieder wie gehabt eine Linie mit dem Abstand entsprechend der Bundhöhe entlang der Oberkante. Abschneiden, das ist der Bund. Diesmal heben wir aber das Rockteil auch auf. Dort die Abnäher (oder was von ihnen übrig ist) wieder öffnen.

Den Bund schneiden wir wieder zwei mal (vorzugsweise schräg) zu und den Rock ein mal (nicht schräg). Das kriegt ihr aus dem Hemdrücken und dem zweiten Vorderteil. Beim Rock könnt ihr schon mal die Abnäher schließen.

Der Bund wird ähnlich wie vorne gearbeitet, aber mit einem Trick. Zuerst nur das äußere Bundteil annähen. Dann Vorder- und Rückenteil zusammennähen. Denkt daran, die Seiten abzuschrägen wenn der Rock nach unten hin etwas ausgestellt sein soll. Dann wird das innere Bundteil angenäht, achtet aber hier darauf, dass die Naht genau an der Seitennaht beginnt und endet (siehe Pfeil).

Hemdrock

Nach innen umfalten und die Kanten eingeschlagen feststecken und heften. Die Unterkante wieder wie oben knapp neben der Naht.

Hemdrock

Dann wird von außen die Unterkante wieder im Nahtschatten festgenäht. Wieder genau an den Seitennähten beginnen und enden. Die kurzen Kanten werden innen von Hand auf den seitlichen Bundteilen festgenäht.

Danach das gesamte Bundteil (inklusive kurze seitliche Teile) rundherum von außen absteppen (wieder etwa 7mm Abstand zur Kante). Jetzt können in einer Anprobe die Positionen für die Knopflöcher auf dem mittleren Bundteil vorne und an den Schlitzen festgelegt werden. Im Zweifel lieber etwas zu weit überlappen lassen! Knopflöcher nähen, Knöpfe annähen bzw vorhandene ggf abtrennen und neu positionieren.

Hemdrock

Dann braucht der Rock nur noch einen Saum (doppelt umschlagen) und ist fertig! Ich habe zusätzlich noch eine Tasche vom Hemd abgetrennt und hinten auf den Rock genäht. Außerdem habe meine Seitennähte unten Schlitze (zum Ausgleich, weil das Hemd nicht genug Weite hergegeben hat um den Rock ausgestellt zu machen).

Tasche
(*tierfilmstimme* Fast unbemerkt tarnt sich unter den Elefanten eine wildlebende Tasche. :D)



AbschlieĂźend noch ein paar Dinge auf die man achten sollte, wenn man sich aufmacht extra ein Hemd zu kaufen:
  • Es muss lange Ă„rmel haben (D'Oh!)
  • Herrengröße M wird schon knapp, L ist besser (Damenblusen sind entsprechend nicht so geeignet)
  • Es gibt eine ganze Menge verschiedene Manschettentypen, also sollte man auf Tauglichkeit achten (stabil, breit genug, nicht zu breit)
  • Besser ist ein Schlitz mit Besatz und nicht nur mit Schrägbandeinfassung (lässt sich aber nachbearbeiten, wie oben erklärt)
  • Knöpfe sind besser als Druckknöpfe weil man die einfach versetzen kann
  • Muster- oder Stoff-Effekte wie zB verschiedene Stoffe an Ă„rmel und Manschette oder extra gefĂĽtterte Manschetten gilt es eher zu vermeiden (wenn es nicht extra gewĂĽnscht wird)
  • Flanell, Cord oder Jeans geht gut, zu durchsichtige Hemdenstoffe brauchen einen extra Unterrock weil ein Futter hier ziemlich aufwändig wäre
  • Bei Karo sollte man gezielt auf gerades Muster achten (keine Selbstverständlichkeit, wie ich gemerkt habe)


Und hier noch eine andere Version die ich aus einem roten Flanellhemd genäht habe:
Roter Hemdrock Roter Hemdrock

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