Viktorianischer Überrock

Eine Anleitung von Anjulibei. Vielen Dank dafür!


Achtung: Diese Anleitung ist NICHT authentisch und sie hat auch nicht den Anspruch, es zu sein! Ich habe lediglich Bilder von Kleidern der Epoche angeguckt und mich mit dem daraufhin erstellten Schnitt darum bemüht, eine ähnliche Wirkung hervorzurufen. Diese Anleitung kann ohne Weiteres noch verbessert werden.

Zutaten: Zeitaufwand:
Ich habe, mit Unterbrechungen, etwa eine Woche für das Erstellen des Schnittes und das Nähen gebraucht.

Vorbereitungen:
Als erstes alle Stoffe gründlich durchwaschen und sie anschließend bügeln.

Maßnehmen:
Ein richtiges Schnittmuster benötigst Du nur für die Schürze. Dazu nimmst Du an deiner Taille Maß. Bei mir waren das, als Beispiel, 80 cm 'Taillenumfang'. Das beschriebene Vorgehen ist problemlos auf deine Maße übertragbar.
Jetzt entscheidest Du, wie breit deine Schürze unter dem Überrock werden soll. Das später geraffte Teil sollte dabei etwa von deinem linken bis zu deinem rechten Hüftknochen reichen. Dieses Maß notierst Du dir als 'Schürzenfront'. Wieder als Beispiel: bei mir waren das etwa 40 cm.
Das Maß der Schürzenfront ziehst Du vom Taillenumfang ab und erhältst das Maß für die 'Schürzenseiten'. Bei mir: 80 cm - 40 cm ergeben 40 cm, geteilt durch zwei (denn die Seitenteile brauchst Du ja an beiden Seiten einmal) ergibt je Seitenteil 20 cm.
Für den späteren Überrock benötigst Du noch dessen gewünschte Länge, also irgendwas von Taille bis Fußknöchel bzw. Boden.

Schnitterstellung - Schürzenraffung:
Zeichne eine Senkrechte, die später auch den Fadenlauf der Schürze darstellt! Die Länge der Senkrechten entspricht der gewünschten Länge der Schürze (also das Maß ab Taille, welches bei Dir etwa auf Kniehöhe endet) inklusive zusätzliche 10 cm für jede eingearbeitete Querfalte. Bei mir: 50 cm + 10 cm (1. Falte) + 10 cm (2. Falte) + 10 cm (3. Falte) ergeben 80 cm.
Am oberen Ende der Senkrechten zeichnest Du das Maß 'Schürzenfront' so ein, dass die Senkrechte die Mitte bildet und die Enden der einzuzeichnenden Linie jeweils den gleichen Abstand zu dieser haben.
Dann habe ich die Höhen der Querfalten festzulegen versucht, wobei sich das später noch etwas verschoben hat - was aber kein Problem darstellte. Dazu habe ich 3 Waagerechte übereinander auf die Senkrechte gezeichnet, jeweils mit etwa gleichem Abstand zueinander, der etwa bei 20 cm liegen, keinesfalls aber 12 cm unterschreiten sollte. Sonst lassen sich die Querfalten nur noch schlecht legen. Die oberste Linie hat etwa 18 cm Abstand zur Taillenmarkierung, die unterste Linie hat etwa eine Handbreit Abstand zum Saum (soviel, wie halt über bleibt). Zur Verdeutlichung mal lieber ein Foto an dieser Stelle:



Die oberste Linie für die erste Querfalte steht, im Vergleich zum Taillenmaß, beidseitig jeweils 7 cm über, die zweite Linie (für die zweite Querfalte) steht beidseitig je 11 cm über und die dritte Linie (für die dritte Querfalte) steht beidseitig je 15 cm über.
Verbinde nun die Endpunkte der Querfaltenlinien an einer Schürzenseite miteinander, also Taille - 1. Linie/Falte - 2. Linie/Falte - 3. Linie/Falte, und verlängere ein gutes Stück über den letzten Verbindungspunkt hinaus (etwa 20 cm dürften genügen).
Wiederhole dieses Prozedere auf der anderen Schürzenseite.
Male nun frei Hand und mit künstlerischem Geschick eine hübsch geschwungene Saumkante von einer Schürzenseite, über den unteren Abschlusspunkt der Senkrechten, zur anderen Schürzenseite hinüber. Male ebenfalls einen ganz leicht geschwungenen Bogen an die Stelle der Taille (obere Abschlusskante des Schnittmusters) ein, damit der Bund später den Stoff gerade hochziehen kann, anstelle von ungewollten Falten am Bauch.

Damit hast Du das Raffteil der Schürze fertig entworfen. Wundere Dich nicht über die an den Seiten kantige Form, denn die wird beim Nähen später noch etwas korrigiert. Sie rührt daher, dass ich kein professionell erstelltes Schnittmuster vorstellen kann. Dafür lässt es sich leicht selber basteln und anpassen. ;) Das wichtigste und als einziges feststehende Maß in dieser Anleitung ist der Taillenumfang. Bei allen anderen Maßen geht es ganz stark nach deinen Vorlieben und dort kannst Du auch rumprobieren und hin und her schieben.

Dieses Schnittteil benötigst Du zwei Mal - einmal aus dem Ober- und einmal aus dem Futterstoff.

Schnitterstellung - Schürzenseiten:
Das Grundmaß 'Schürzenseiten' hast Du bereits zuvor errechnet (verbliebenes Restmaß für den Taillenumfang geteilt durch zwei). Bei mir waren das die 20 cm Oberkante je Schürzenseite. Nimm nun das Maß der gewünschten Schürzenlänge (ohne die Faltenzugaben) und zeichne es als Senkrechte - diese Linie stellt zugleich den späteren Fadenlauf dar. An deren oberen Ende zeichne das Maß einer 'Schürzenseite' (siehe oben) im rechten Winkel an. Nun zeichne, am Ende dieser Waagerechten, parallel zur ersten Senkrechten eine zweite ein - deren Länge darf die Bundweite nicht überschreiten, sollte sie aber annähernd ausfüllen. Bei einer vorgeschlagenen Bündchenvliesline mit 7 cm Breite, die ja noch gefaltet wird, wären das etwa 3 cm, die hier benötigt werden. Zeichne nun frei Hand von dieser Stelle aus eine (leicht nach unten führende) Waagerechte zurück zur Senkrechten hin ein. Nach etwa 3 cm Strecke zeichne diese Linie in starkem Bogen nach unten. Etwa eine Handbreit vor dem Ende der Linie am Abschlusspunkt der langen Senkrechten, einen sanft auslaufenden Bogen zu ihr hin einarbeiten. Da wirst Du vermutlich ein paar Mal radieren und neu probieren müssen, damit es hübsch wird, aber letztlich ist das schon hinzubekommen. Zur Verdeutlichung wieder ein Foto:



Dieses Schnittteil benötigst Du insgesamt 6 bis 8 Mal (kommt darauf an, ob Du sowohl Ober- als auch Futterstoff verstärken möchtest). Achtung! Du benötigst einige davon seitenverkehrt - siehe auch unter dem Punkt "Zuschneiden"!

Schnitterstellung - Bund:
Der Bund ist einfach nur ein lang gezogenes Rechteck. Die Länge des Bundes setzt sich aus 'Taillenumfang' + 5 cm Nahtzugabe (je Seite 2,5 cm) + 8 cm Überlappung (zum späteren Knöpfen) zusammen. Die Höhe des Bundes muss mal zwei berechnet werden (wird ja beim Nähen umgeschlagen), womit das 8 cm + 5 cm Nahtzugaben (je Seite 2,5 cm) sind.
Dieses Schnittteil benötigst Du lediglich einmal aus dem Oberstoff.

Zuschneiden - Überrock:
Nimm das Maß 'gewünschte Überrocklänge' und addiere 10 cm für obere Nahtzugabe und unteren Saum. Den Oberstoff einfach in dieser Länge zweimal von der Bahn abschneiden.

Zuschneiden - Schürzenraffung:
Das Schnittmuster auf den Oberstoff auflegen und einmal zuschneiden.
Das Schnittmuster auf den Futterstoff auflegen und einmal zuschneiden. Theoretisch müsste man es seitenverkehrt zuschneiden aber da das Schnittmuster von der Mittellinie gespiegelt ist, dürfte das egal sein.



Zuschneiden - Schürzenseiten:
Das Schnittmuster auf den Oberstoff auflegen und einmal zuschneiden.
Das Schnittmuster seitenverkehrt auf den Oberstoff auflegen und einmal zuschneiden.
Das Schnittmuster auf den Futterstoff auflegen und einmal zuschneiden.
Das Schnittmuster seitenverkehrt auf den Futterstoff auflegen und einmal zuschneiden.
Das Schnittmuster auf die Vlieseline auflegen und einmal (wahlweise zweimal) zuschneiden.
Das Schnittmuster seitenverkehrt auf die Vlieseline auflegen und einmal (wahlweise zweimal) zuschneiden.

Zuschneiden - Bund:
Das Schnittmuster auf den Oberstoff auflegen und einmal zuschneiden. Dabei liegt die kurze Bundkante (Bundhöhe) parallel zum Fadenlauf.

Zuschneiden - Bänder:
Schneide sechs Streifen mit etwa je 6 cm Breite und 35 cm Länge zurecht.



Zuschneiden - Knopfbezüge:
Lege einen der Knöpfe auf den gewünschten Stoff und schlage ihn darin ein. Schätze, wie viel Stoff dazu von Nöten ist und schneide 16 großzügig bemessene Quadrate vor.
Am besten suchst Du dir für den nächsten Schritt eine Form in passender Größe, mit der Du dann im Abstand von etwa 1 bis 1,5 cm rund um den Knopf jeweils einen Kreis auf 8 der Stoffquadrate anzeichnen kannst. Schneide diese 8 Kreise aus (Knopfbezüge).
Die restlichen 8 Stoffquadrate werden als eine Art Deckel von der gegenüberliegenden Knopfseite gegen die Bezüge genäht und müssen deswegen nur etwa 0,5 cm Überstand rund um den Knopf haben, damit man diesen Überstand beim Nähen unterschlagen kann und nichts ausfusselt. Schneide diese Deckel entsprechend kreisförmig aus.



Nähen - Bänder:
Klappe einen der Streifen der gesamten Länge nach von beiden Seiten ein. Falte ihn zusätzlich noch einmal, so dass die Schnittkanten nun innen liegen. Nähe die offene Seite entlang, so dass das Bändchen geschlossen ist. Wiederhole dies mit den übrigen Bändern. Lege die fertigen Bänder erstmal beiseite.

Nähen - Schürzenraffung:
Die zugeschnittenen Teile der Schürzenraffung, einmal das aus dem Oberstoff und einmal das aus dem Futter, rechts auf rechts aufeinander legen. Bis auf einen etwa handbreiten Schlitz an der oberen Bundkante rundum zusammennähen.
Die Nahtzugabe der spitzen Ecken, wenn für das Wenden nötig, leicht kappen.
Die Schürze wenden.
Den offenen Schlitz ineinander einschlagen und mit weitem Stich schließen.
Die gewünschten Querfalten zurechtlegen, dabei die Falten so ausrichten, dass sie eine Art Tasche bilden, nach oben hin offen. Die Falten können glatt gelegt sein, da sie beim späteren Tragen von selbst absacken und so den gewünschten Bogen bilden, indem sie sich sozusagen öffnen.
Wenn Du mit den arrangierten Abständen zufrieden bist und beim Nachmessen der Seitenlängen auf das von Dir gewünschte Maß kommst, dann die Falten gut mit Stecknadeln auf den Seitenkanten fixieren. Die Seitenkanten entlang einer gedachten Geraden, die sich von oberer bis unterer Ecke der Schürzenseite erstreckt, festnähen.
Neben dieser Naht, zum Rand des Stoffes hin, den überstehenden und unregelmäßig aussehenden Teil abschneiden. Die Schnittkante mit Zickzackstich versäubern.
Diese Schritte auf der anderen Schürzenseite wiederholen.



Als nächstes steckst Du die Rüsche am Saum der Schürzenraffung fest. Dabei von einer Seite zur anderen hin arbeiten und an den beiden Außenkanten jeweils noch etwa 3 cm der Rüsche um die Kurven legen.
Die Rüsche festnähen.



Über die Nahtkante der Rüsche das Satinband drapieren und mit Stecknadeln befestigen. Dabei ebenfalls noch ein Stück der Endkurven mitfassen. Das Satinband festnähen.



Nähen - Schürzenseiten:
Die jeweils passenden Teile der zugeschnittenen Bügelvlieseline auf die linke Seite Oberstoffteile (und wenn gewünscht zusätzlich auf die linke Seite der Futterteile) aufbügeln.
Dann die jeweils zueinander gehörenden Ober- und Futterstoffteile mit den linken Seiten (den Vlieseline-Seiten) aufeinander legen und an der geschwungenen Seite entlang mit Stecknadeln aneinander pinnen.
Jetzt ein Seitenteil mit der offenen langen Seite über die Schürze schieben, wie einen Schuber. Diese Längskante des Oberstoffes unterschlagen und mit Stecknadeln fixieren.
Ebenso auf der Rückseite den Futterstoff unterschlagen. Um ihn zu fixieren möglichst die bereits steckenden Nadeln mitnutzen. Diese also vorsichtig einzeln wieder rausziehen, dabei den Oberstoff mit der anderen Hand in Position halten, und wieder hineinstecken um dabei die andere Seite mitzufassen. Das klingt kompliziert und man muss auch aufpassen, dass der Stoff auf beiden Seiten gleichweit eingefasst wird, funktioniert aber wirklich.
Diese lange Seite ordentlich festnähen, wahlweise kannst Du auch noch eine zweite Parallelnaht daneben setzen, damit sich nichts wellt und es gut hält. Zur Verdeutlichung und zum Mutmachen wieder ein Bild:



Anschließend die Nadeln aus der geschwungenen Abschlusskante entfernen und diese von beiden Stoffseiten her einschlagen, feststecken und festnähen.
Die obere kurze Senkrechte, die später in den Bund eingearbeitet wird, kann dabei offen bleiben.
Die Schürze erst einmal beiseite legen.

Nähen - Überrock:
Die zwei zugeschnittenen Stoffbahnen für den Überrock entlang einer der gewebten Stoffkanten (also in Richtung des Fadenlaufs) aneinander nähen. Dabei aber unbedingt einen etwa 30 cm langen Schlitz von der oberen Kante aus offen lassen, da dort der Reißverschluss eingearbeitet werden wird.
Die Nahtzugaben auseinander klappen.
Den unteren Saum zweimal einfalten, feststecken und festnähen.



Die Seitenkanten der Rockbahnen jeweils von unten an mit etwa 75 cm Schrägband versäubern.
Dazu das Schrägband auffalten, es auf die rechte Seite der Stoffbahn legen und die Kanten von Stoffbahn und Schrägband aneinander angleichen. Einige Millimeter des Bandes unten überstehen lassen, damit Du es noch einfalten kannst.
Das Schrägband mit Nadeln feststecken.
Nun exakt auf der Faltkante (neben der Stoffkante) festnähen.
Etwa einen Millimeter der flusigen Stoff- und Bandkante abschneiden.
Das Band über diese Kanten hinweg falten und es auf der Rückseite einschlagen.
Jetzt den Überstand an der unteren Kante einklappen.
Abschließend vom Überstand ausgehend, von der rechten Stoffseite aus, die (jetzt auf der Rückseite liegende) Bandseite festnähen. Dabei verläuft die Nahtlinie exakt neben der Faltkante, denn durch den abgeschnittenen Millimeter innen steht das Band auf der Rückseite minimal über. Dadurch ist auf der Vorderseite keine Naht zu sehen, da diese neben der Faltkante im Stoff verschwindet.



Für die hübschen Aufschläge an der Rockfront schneide jetzt zwei Dreiecke aus dem Rest des Schürzen-Oberstoffes zurecht. Für die lange Seite nimmst Du das Maß von den Überrockbahnen - miss dort aus, wie viel Platz noch überbleibt vom Ende des Schrägbandes her bis zum Rockbund. Addiere 5 cm für das Umschlagen am unteren Ende. Vom rechten Winkel aus (am oberen Ende des Dreiecks) zeichnest Du eine Waagerechte mit etwa 20 cm Länge. Verbinde die Endpunkte der beiden Linien mit einer Diagonalen.
Diese Dekoapplikationen kommen an die offenen Enden der Überrockbahn, oben am Bund anliegend. Lege dazu eines der Dreiecke, mit der langen Seite an der offenen Stoffkante an. Die Applikation liegt dabei rechts auf rechts auf dem Oberstoff.
Stecke den Aufnäher mit Stecknadeln fest.
Falte die untere Dreiecksspitze soweit ein, dass das Dreieck noch das Schrägband überlagert, auf der Rückseite jedoch noch ein nochmaliges Einschlagen des Stoffes möglich ist, um das Dreieck dort festzunähen. Da gilt es, etwas rumzutesten, zur Not mit feststecken.
Dann nähe diese Längsseite fest.
Klappe den Aufnäher jetzt einmal um die lange Kante herum, so dass er mit seiner rechten Stoffseite zuvorderst auf der linken Stoffseite des Überrockes zum Liegen kommt.
Falte die diagonale Seite des Aufnähers unter und nähe sie mit ganz feinen Stichen per Hand fest, indem Du stets nur einzelne Fäden beider Stoffe mit der Nadel aufnimmst. So bleibt die Naht von der anderen Seite aus unsichtbar.
Jetzt musst Du dort, wo die beiden Überrockbahnen am Bund oben zusammentreffen, und wo Du zuvor eine offene Naht gelassen hattest, den Reißverschluss einnähen. Passe ihn so ein, dass nach oben hin noch etwa 4 cm Platz bleiben, damit Du auch den Bund noch drüberstülpen kannst.
Lege den Überrock nun im Bund in Falten, so dass die Weite aus den Bahnen genommen wird und an der Frontseite des Rockes eine Öffnung entsteht, durch die man die darunter liegende Schürze bewundern kann.



Am leichtesten geht das mit einer Gabel, indem Du einen der äußeren Zinken auf der Stoffkante einhakst und die Gabel eine halbe Drehung wendest. Dadurch erhält man gleichmäßige Falten. Beachte beim Faltenlegen, dass die offenen Seiten der Falten alle in eine Richtung zeigen sollten, am besten von der Frontseite des Rockes zum Reißverschluss hin - auf beiden Seiten!
Stecke die Falten mit Stecknadeln fest.
Arrangiere sie solange hin und her, bis beide Bahnen an der Vorderseite im gleichen Abstand zum Reißverschluss auf der Rückseite enden.
Schlage dazu die Dekofront jetzt beidseitig nach Außen um und stecke sie fest. Die kurze Seite des Aufnähers, die zum Bund hin zeigt, darf nicht zu weit von diesem abgewinkelt arrangiert werden, da sie später komplett in den Bund eingearbeitet gehört.
Fixiere die Falten dann in dieser Form mit einer zweiten Stecknadelreihe etwas tiefer (weiter weg von der Abschlusskante).
Nähe die Falten fest und nähe mit einer Parallelnaht in etwa 3 cm Abstand noch einmal über die Falten, so dass sie am Bund nicht mehr aufklappen können.



Schneide die Bundkante zu einer sauberen Abschlusskante entlang der Naht.
Versäubere diese Abschlusskante mit einem Zickzackstich.



Kombinieren von Schürze, Bändern, Überrock und Bund:
Befestige den Überrock an der Schürze, indem Du ihn mit Stecknadeln feststeckst.
Nähe Überrock und Schürze so mit einer einfachen Naht am Bund zusammen.



Bügele die Bündchenvlieseline auf das zugeschnittene Bundstoffstück mittig, mit gleichem Abstand zu den Kanten, auf.
Falte den Bund der Länge nach zusammen, so dass erst einmal rechts auf rechts liegt.
Nähe beide kurzen Enden jeweils mit einer Abschlussnaht zu. Es verbleibt nur noch eine offene Naht an der langen Seite. Kappe vorsichtig mit einer Schere die spitzen Ecken bis annähernd an diese Abschlussnähte, damit das Wenden leichter fällt.
Wende den Bund nun auf die richtige Seite.
Falte die Bundkanten unter (innen und außen) und ziehe den Bund wie einen Schuber bis zum Anschlag über den gefälteten und versäuberten Rockbund.
Dabei schiebst Du eine Seite des Bundes genau bis an das Ende der Rockbahn heran. Das andere Ende des Bundes steht dann ein gutes Stück über, was aber richtig ist, da dort später die Knopflöcher eingearbeitet werden und dieses Stück deswegen überlappen muss.
Setze die Bänder in gleichem Abstand zueinander in den hinteren Bereich des Bundes ein, so dass sie beim Zusammennähen im nächsten Schritt, zwischen den Schürzenseiten und dem Überrock, mitgefasst werden.
Stecke den Bund mit Stecknadeln fest, wobei Du auch den überlappenden Teil in sich feststecken kannst.
Kontrolliere vorsichtshalber noch die Passform.
Nähe dann diese Naht komplett in einem Rutsch zu, von einem bis zum anderen Ende des Bundes. Zur Sicherheit empfehle ich dringend noch eine Parallelnaht, da der Bund an dieser Stelle am meisten belastet werden wird.



Nähen - Knöpfe beziehen:
Lege einen Knopf mit seiner Vorderseite zu unters auf den vorbereiteten Bezug.
Nimm etwa 30 cm Garn und nähe per Hand mit wenigen Stichen den Knopf mittig fest.
Nähe gleich mit demselben Faden weiter, trenne ihn nicht ab! Lege die angebundene Nadel vorsichtig beiseite.
Nimm nun den Knopf in die eine Hand und falte Stück für Stück den überstehenden Rand um den Knopf.
Nimm die Nadel wieder auf und nähe die entgegen gesetzten Falten mit lockeren Stichen zusammen.
Lege die angebundene Nadel wieder vorsichtig beiseite.
Nimm nun den kleineren Deckel und platziere ihn mittig der so bearbeiteten Knopfrückseite.
Beginne an einem Punkt der Seite damit, den Deckel Stück für Stück einen Millimeter unterzuschlagen und auf der so entstehenden Kante sofort festzunähen.
Hier ein Bild davon, wie der Bezug aussieht, bevor der kleine Deckel dagegen gearbeitet wird:



Beziehe alle übrigen Knöpfe auf dieselbe Art und Weise.

Nähen - Knöpfe annähen:
Markiere Dir am Bund die Stellen, an die Du zwei der Knöpfe anbringen möchtest.
Nähe sie fest.
Nähe die übrigen Knöpfe an die Enden der im Rock versteckten Bänder fest.


Achtung: Die Bänder wurden auf diesem Bild anstelle wie in der Anleitung beschrieben, noch in die Schürzenseiten eingearbeitet. Die hier beschriebene Methode ist aber haltbarer. Nur, damit Du dich nicht wunderst, warum das zumindest an dieser Stelle etwas anders aussieht, als bei Dir. ;)


Nähen - Knopflöcher:
Markiere Dir, anhand der bereits angenähten Knöpfe am Bund, die Stellen, an die die Knopflöcher hin sollen. Die benötigte Länge der Knopflöcher ist bei selbst bezogenen Knöpfen schwer einzuschätzen, daher wäre es sinnvoll, an einem Probestück zu testen.
Nähe die Knopflöcher mit der Knopflochautomatik deiner Nähmaschine (sie dazu deren Gebrauchsanleitung). Zum Öffnen der Knopflöcher empfehle ich anstelle des Nahttrenners eine spitze Nagelschere, das geht viel besser.



Probiere den Rock an und überlege Dir, wie hoch und buschig Du die Raffung gerne haben möchtest. Das ist reine Geschmackssache und Du musst es durch Rumprobieren herausfinden. Markiere Dir die günstigsten Stellen für eine Halterung mit Stecknadeln.
Bügele etwas Vlieseline hinter die entsprechenden Stellen.
Breite den Überrock jetzt glatt vor Dir aus, mit der Rückseite zu vorderst, und zeichne die benötigten Knopflöcher an.
Nähe die Knopflöcher und öffne sie ebenfalls.



Wenn man den Überrock nun anhebt, dann sieht das in etwa so aus:


Achtung: Auch hier wieder - bei Dir sind die Bänder oben natürlich nicht separat angebracht, sondern in den Bund eingearbeitet. Aber sonst müsste es gleich aussehen.

Du kannst die Bänder jetzt noch auf unterschiedliche Längen bringen, indem Du sie zusammenfaltest und dann so zusammennähst. Du könntest auch stattdessen die Knöpfe versetzt annähen. Die einfachste Methode aber ist es, die Bänder dadurch zu "kürzen", dass Du sie über Kreuz anknöpfst.

Gerafft sähe das dann in etwa so aus:



Nähen - Dekorationselemente:
Jetzt fehlen nur noch die Details. Lege aus den Resten des Satinbändchens kleine Schleifen.
Nähe diese Schleifchen an gut sichtbaren Stellen fest, wie zum Beispiel an der Rockfront oder an den Enden der Frontapplikationen. Verziere die Schleifchen mit den Perlen.





Und schon ist der Viktorianische Rock fertig!
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